Heim'sche Massenformel – interaktiv

Burkhard Heim leitete 1982 eine Formel ab, die die Massen der Elementarteilchen allein aus vier ganzzahligen Quantenzahlen und Naturkonstanten berechnet – ohne freie Parameter. Dieses Spielfeld portiert das Original-DESY-Programm GPROG (H. D. Schulz 1982, Pascal/C-Fassung von Olaf Posdzech 2006) direkt in den Browser. Stelle die Quantenzahlen ein und berechne die Teilchenmassen.

Erweiterte Parameter

Tipp: Mit γ = 6.67279915e-11 wird die mittlere Abweichung zu den gemessenen Massen minimal (siehe Quellcode-Notizen).

Berechnete gegen gemessene Masse für alle bekannten Teilchen (doppelt-logarithmisch). Liegen die Punkte auf der grünen Diagonale y=x, stimmen Rechnung und Messung überein. Das Diagramm verwendet die aktuell eingestellten Konstanten γ und Rg.

Quellen & Originalcode

Transkription des DESY-Programms vom 17.03.1982 (H. D. Schulz), Formeln von Burkhard Heim (17.09.1978), Pascal/C-Portierung 2006 von Olaf Posdzech und „leovinus“. Die Browser-Berechnung stimmt ziffergenau mit der C-Referenz überein.

Zur Versionsgeschichte und numerischen Genauigkeit

Die hier mitgelieferten Programme (C, Pascal, Excel) sind nicht verschiedene Formeln, sondern dieselbe Massenformel in einer Abstammungslinie von Implementierungen. Dieses Spielfeld portiert ausschließlich die C-Fassung gprog_0.66.c nach JavaScript; die Pascal-Dateien sind oben nur als historische Quelle verlinkt, fließen aber nicht in die Berechnung ein. Warum gerade die C-Fassung gewählt wurde und was die Unterschiede bedeuten, erklärt dieser Abschnitt.

1 · Abstammungslinie der Implementierungen

Alle Programme gehen auf eine Formelsammlung zurück, die Burkhard Heim am 17. September 1978 angab. Daraus entstanden nacheinander:

JahrSprache / UmgebungAutorBemerkung
1978Burkhard HeimHerleitung der Formeln (Theorie)
17.03.1982Fortran (REAL*16, IBM)H. D. Schulz, DESYOriginalprogramm GPROG
17.06.2001MS-FortranA. MuellerTranskription
12.03.2006Turbo-/Free-PascalO. PosdzechFassung 0.62c – deine Pascal-Dateien
2006C (ANSI)„leovinus“Portierung aus dem Pascal-Code, bis 0.66
2026JavaScriptdiese WebseitePortierung aus C 0.66

Die C-Fassung ist also ein direkter Nachfahre des Pascal-Codes und zugleich die neueste und vollständigste Stufe (Pascal endet bei 0.62, C reicht bis 0.66). Deshalb bildet sie die Grundlage dieser Umsetzung.

2 · Was die Versionsnummern bedeuten

Die Nummern 0.5 bis 0.66 bezeichnen keine unterschiedliche Physik, sondern den Stand der Fehlerbereinigung und des Funktionsumfangs der Software. Die wichtigsten Stufen:

VersionÄnderungWissenschaftliche Bedeutung
0.5Aufrunden bei Werten knapp unter einer ganzen Zahl entfernt Diese „Korrektur“ erzeugte einen Fehler beim Neutron (Resonanz N=4); ihr Wegfall entspricht dem Originalverhalten.
0.6 / 0.61Umstellung auf Pascal-Typ extended (19–20 Stellen) Erhöhte die Rechengenauigkeit; Resonanzgrenzen stimmten danach exakt mit der Excel-Referenz überein (Ausnahme: Omikron).
0.62cKorrektur fehlender bzw. falscher Klammern in den Matrixtermen a[2][2] und wg2, aq; Trunkierungs-Offset 10-10 Änderte die berechneten Massen von Λ, Σ, ω, Omikron und Δ sowie die Resonanzen von p, n, Σ, Δ. Der Offset behebt Fehler bei periodischen Dezimalzahlen (z. B. 1/3·3 = 0,999… statt 1) beim Elektron.
0.65Vergleich mit gemessenen Massen (PDG 2004); Neutrino-Berechnung; optimiertes γ Erlaubt die quantitative Bewertung der Abweichung; führt die „Feldmasse“ (masselose Restanregung ≈ Neutrino) ein.
0.66τ-Teilchen, Neutrino-Randbedingungen, Kommandozeilen-Parameter (γ, Rg) Erweitert die Teilchentabelle und macht Naturkonstanten variierbar – genau diese Parameter sind oben im Feld „Erweiterte Parameter“ einstellbar.

3 · Warum sich Ergebnisse minimal unterscheiden: Zahlentypen

Die Implementierungen liefern nicht bitgenau dieselben Zahlen, weil sie unterschiedliche Gleitkomma-Genauigkeiten verwenden – ein reines Rechen-, kein Formelproblem:

Die mitgelieferte Vergleichsdatei „compared results of Heim 1982 implementations.txt“ bestätigt, dass alle Fassungen auf etwa 15 signifikante Stellen übereinstimmen (Beispiel αp: Fortran 1,83221150781649·10-2, Pascal 0.61 1,83221150781647·10-2). Da diese Seite denselben double-Typ wie das C-Programm nutzt, sind ihre Ergebnisse ziffergenau identisch mit der C-Referenz und unterscheiden sich von der Pascal-Fassung nur in den letzten Stellen.

4 · Der entscheidende Punkt: Rundung der Strukturzahlen

Heims Modell beschreibt Teilchen durch ganzzahlige Mengen sogenannter Protosimplexe in vier Zonen (K1…K4) sowie ganzzahlige Resonanzgrenzen (L1…L4). Diese Ganzzahlen entstehen im Programm durch Abschneiden (Trunkierung) reeller Zwischenwerte. Liegt ein Zwischenwert rechenbedingt knapp unter einer ganzen Zahl (etwa 1,9999999 statt 2,0), liefert naives Abschneiden die falsche Ganzzahl – und damit ein anderes Teilchen bzw. eine andere Resonanz.

Die Fassungen behandeln das unterschiedlich: Pascal addiert vor dem Abschneiden einen Offset von 10-10, die C-Fassung verwendet die Funktion myround mit einem Offset von 10-7. Diese Umsetzung übernimmt exakt das C-Verhalten. Weil die Diskretisierung physikalisch bedeutsam ist (sie entscheidet, welcher ganzzahlige Zustand überhaupt erlaubt ist), reagiert das Ergebnis empfindlich auf diesen scheinbar winzigen Zahlenwert – ein bekannter, im Quellcode ausdrücklich kommentierter Effekt.

5 · Bemerkenswerte Strukturkonstanten

Die Formel verwendet ausschließlich Naturkonstanten (Lichtgeschwindigkeit c, Planck-Konstante ℏ, Gravitationskonstante γ, Vakuum-Wellenwiderstand Rg, Feinstrukturkonstante α) und daraus abgeleitete geometrische Größen – keine freien Anpassungsparameter. Auffällig: die Konstante ξ = (1+√5)/2 ≈ 1,618 ist der Goldene Schnitt. Die kleinste Massen­einheit aμ liegt bei rund 2,26·10-31 kg.

6 · Wissenschaftliche Einordnung

Die Formel reproduziert die gemessenen Massen der hier hinterlegten 20 Referenzteilchen mit einer mittleren Abweichung von etwa 0,05 % – ein bemerkenswert gutes Ergebnis für ein parameterfreies Modell. Dabei ist jedoch wissenschaftlich redlich festzuhalten:

7 · Unabhängige Reproduktion und kritische Prüfung (2026)

Eine umfangreiche, offen dokumentierte Neuuntersuchung – „Heim's Mass Formula – Reconsidered“ (Autor „lambdamikel“, KI-gestützt, 2026) – hat die Formel mit modernen Mitteln (Python/C) reproduziert und kritisch geprüft. Sie bestätigt einerseits die Leistungsfähigkeit, benennt andererseits klare Grenzen; beides gehört zu einer redlichen Einordnung:

Die Studie schätzt die (subjektive) Wahrscheinlichkeit, dass die Formel „etwas Reales erfasst“, auf 60–78 %, die einer vollständigen einheitlichen Feldtheorie dagegen nur auf 10–22 %. Sie ist damit weder Bestätigung noch Widerlegung, sondern die bislang sorgfältigste reproduzierbare Bestandsaufnahme – und eine sinnvolle Ergänzung zu diesem Spielfeld, das bewusst nur den historischen Stand von 1982 abbildet. (Die Studie weist zudem darauf hin, dass die „1989“-Bezeichnung irreführend ist: die zugrunde liegenden Skripte stammen aus 1973–1976.)

Dieses Werkzeug versteht sich daher als nachvollziehbare, quelltreue Reproduktion des historischen DESY-Programms zu Studien- und Anschauungszwecken – nicht als Beleg für die Richtigkeit der zugrunde liegenden Theorie.