von: ibrfd@comlink.org Frank-Peter Densau Bericht 26.7.2012 Lieber Olaf, hallo Herr Klein, hallo Herr Just, ich melde mich mit einem kurzen Zwischenbericht zur Bänder-Digitalisierung. Die Bänder sind wirklich uralt; ich habe eben beim Band H09 die Jahresangabe 1953 gehört. Allerdings sind die meisten Bänder offensichtlich mehrmals bespielt und dabei schlecht gelöscht worden. Man hört oft noch alte Sachen durch. Diese Bänder sind in einen merkwürdigen Zustand. Meist fehlt das Vorspannband oder es ist derartig zerrubbelt, daß es den Namen nicht mehr verdient. Es gibt da einige sogenannte Massebänder (Marke L EXTRA und Anorgana = BASF aus den 1950er Jahren). Das sind Bänder (ohne speziellen Träger), die man von beiden Seiten bespielen kann, und diese sind offensichtlich von der bedruckten Seite bespielt. Diese Massebänder haben einen erheblichen Abrieb, daß man schon vorsichtig mit dem Abspielen sein muß, jedesmal wird es ein Stück dünner. Das Band "H2" ist kein Band, sondern ein Film (vermutlich Normal-8) - damit können wir nichts machen. Parallel zu den Aufnahmen lege ich eine Excel-Tabelle an. Ich habe jetzt noch keinen Überblick, wie groß die Datenmenge ist, für das Stadtarchiv kann ich die WAV-Dateien brennen. Ich schätze, daß es 2 oder 3 DVDs werden oder eine entsprechend größere Anzahl von CDs. Ansonsten erinnern mich diese Bänder doch stark an das zuvor bearbeitete Projekt (Bänder aus einem Nachlaß): es ist dasselbe Durcheinander an Spurlagen und Geschwindigkeiten. Wenn, dann ist das ganze Band einheitlich bespielt, was die Sache (im Vergleich zum vorhergehenden Projekt) vereinfacht. Interessant wäre es einmal, wenn wir Näheres über die Geräteausstattung erfahren könnten, mit der diese Aufnahmen gemacht wurden. Ist bekannt, wer bei der Anfertigung der Aufnahmen behilflich war? B.Heim konnte ja vermutlich die Bänder nicht selber handhaben. Soweit dies in Kürze, ich grüße recht freundlich! F.-P.Densau ---------------------- Bericht von Wolfgang Bredow bredow.w@t-online.de 12.8.2012 Im Prinzip war die Digitalisierung eine relativ leichte Übung, habe schon schlimmere Bänder (ich sage nur Shamrock 1974) auf der Maschine gehabt. ... Ich habe 1961 mit eigenen Tonbandaufnahmen begonnen und kann mich noch an die Angst vor Raubkopien entsinnen. Das hat uns aber damals nicht weiter gestört und irgendwann war ja klar, dass man für private Zwecke so eine Raubkopie haben durfte. Diese Raubkopie-Phobie könnte dazu führen, dass man demnächst gar nichts mehr hören darf. Und was macht dann dieser Piepmatz, der hier bei uns vor ein paar Jahren die erste Phrase von La Cucaracha trällerte? Na egal. Ich habe übrigens Anfang der 60er Jahre bereits meine Aufnahmen per "Diodenbuchse" gemacht. Das Radio, eine Philetta, hatte ich vorher durch spontanen Besitzwechsel von meiner Großmutter dauerausgeliehen und da es schon einen Netztrafo hatte (die Philetta gab es damals auch als Allstromgerät), war der Einbau der Buchse für mich nicht tödlich - soviel Ahnung hatte ich damals schon. In der Tat sind diese alten Heim'schen Bänder magnetisch noch in guter Form. Das war eben doch was anderes als die modernen Cassetten mit ihrer schmalen Spur und der noch schlechteren Mechanik. Und anfassen könnte man die Bänder auch ganz gut, selbst die Doppelspiel- oder Trippelvarianten. Schade ist bei den Heim'schen Aufnahmen nur, dass diese (neben der geringen Geschwindigkeit) auch noch meist sehr schwach (meist unter -20dB) ausgesteuert waren. Ich habe die Aufnahmen segmentweise "normalisiert", was natürlich das Rauschen ebenfalls anhebt.