Kassette 47b - Burkhard Heim Vortrag MUFON (1986-10) KI-Transkription (AssemblyAI), automatische Sprechertrennung, ungeprüft. Sprecher A/B/… noch nicht namentlich zugeordnet. — Auflösung: pro Sprecher-Turn — [0:08] Sprecher A: Ja, ich meine, was ich eben wirklich mal wichtig fände— Moment, man kann da nichts hören. Ach so. Ich meine— Fangen Sie genau nochmal da an. Ja, ich möchte nochmal auf ein wissenssoziologisches Problem eingehen. Ich meine, wenn man heute den Wissenschaftsbetrieb mehr oder weniger leidvoll, mehr oder weniger leidvoll erlebt jeden Tag. [0:34] Sprecher B: Und wie ist das aufgebaut? [0:36] Sprecher A: Na ja, ich weiß da auch mal eine Story zu erzählen. Das ist eben immer das Problem. Ja, ich meine, eine gute oder noch so gute Theorie ist heute nichts wert, wenn sie also mal knallhart gesagt hat, wenn sie nicht an den Mann gebracht wird. Und das ist eben heute das Problem, dass es sich, und das finde ich an für sich nicht schlecht, das muss ich sagen, in der, in der Wissenschaft sich durchgesetzt hat, also auch auf Tagungen, dass man eine Darstellung eines Fachgebietes gibt, die es also Leuten, die keine Ahnung davon haben, aber über eine allgemeine Bildung in Physik verfügen und wissen, um was es in der Physik geht, dass die in der Lage sind, in relativ kurzer Zeit, das heißt also zum Beispiel bei einer Poster-Session oder so etwas zu sehen, um was es dabei geht. Und es muss dazu, das muss ausreichen, um die eigentlichen Fachleute, also ich meine jetzt zum Beispiel die Theoretiker, ich selber bin ja kein Theoretiker, so daran interessieren, dass sie da also anbeißen und die Sache sozusagen in den Wissenschaftsprozess eingeht. Und da finde ich eben, dass es eben irgendwie, was Ihre Arbeit betrifft, betrifft, dass das eben einfach zu kurz kommt. Ich weiß viele Kollegen, die sagen ja, wir haben das gehört, aber nicht gelesen. Aber ja, ja, aber die wollen das auch nicht. Die lesen kein Buch von 300 Seiten. [2:04] Sprecher B: Genau, das ist das Problem. [2:06] Sprecher A: Aber das ist heute die Struktur der Wissenschaft. [2:09] Sprecher B: Darüber gesprochen. Das ist natürlich zunächst mal das, was man mathematisch untersucht hat, braucht man noch längst nicht verstanden zu haben. [2:18] Sprecher C: Ja, ja, ja, natürlich. [2:18] Sprecher B: Es ist interessant, wenn man sich darum bemüht, das sozusagen die Küchendateien zu übersetzen, was man alles von der eigenen Arbeit nicht mitgekriegt hat. Das ist interessant, wenn das Verständnis kommt. Das kommt aber erst dann, wenn man es versucht, in normale Worte zu übersetzen. Damit bin ich auch befasst, bloß das dauert natürlich seine Zeit. Einfach schon deshalb, weil kein Mensch— ich meine, ich wollte erst mal allein aus Prioritätsgründen erstmal so ein dickes Buch her. Aber das steht hier jetzt an. Ich muss bloß den ersten Band jetzt noch rausbringen. Das läuft aber. [2:53] Sprecher A: Ja, ich wollte aber noch mal gerade, Frau Heim, zu Ihrem Argument. Natürlich ist es richtig und es ist gar keine Frage, dass wenn sich jemand ernsthaft mit einem solchen Gebäude an Theorie auseinandersetzen will, dass das eine Körnerarbeit ist, dass er das nicht am Wochenende machen kann. [3:11] Sprecher B: Aber es läuft nicht so. [3:13] Sprecher A: Die machen das erst dann, wenn sie sozusagen einsehen, dass sie das nicht anders, dass sie nicht darum herumkommen. [3:18] Sprecher B: Genau. Das ist genau die Sache, mit der ich befasst bin. Denn mir sagte mal der Herr Dürr, der sagte ja, liebes Kind, ich dachte erst früher, weil ich keine Erfahrung hatte mit solchen Zeitschriftenartikeln, das kriegen Sie übrigens als Externer gar nicht. Das System ist in den großen, ich meine, in irgend so einem kleinen Blatt, gar nicht, das nützt nichts. Nee, Sie brauchen eine Veröffentlichung zum Beispiel in der Physik Review oder Zeitschrift für Naturwissenschaften. So eine große Sache. Ich hatte das bisher. Da kriegen Sie aber, wenn Sie nicht zum Universitätsteam gehören, nicht die Überlaubnis. Ich bin einfach nicht der Mann, dem man dauernd Artikel zurückschickt. Ich wusste das nämlich erst nicht. Als ich das rauskriegte, sagte ich, naja, warte ich mal ab, bis ich was zu bieten habe. Habe einfach das alles übersprungen. Das ist ja schicksalsbedingt. [4:14] Sprecher A: Ich kann das nicht so ziehen. [4:15] Sprecher B: Das geht nicht. Dann dachte ich, wenn ich jetzt Besuch habe, dann überspringe ich die einfach. Wer hat hier das Sagen? Das ist im MPI München der Professor Dürr. Und das ging erstaunlich schnell. Ich rief eigentlich an, der hatte sofort Zeit. Und dann hatte ich eine gute Unterredung mit ihm. Ich wollte bloß eine gutachterliche Äußerung. Mündlich halt. Dann haben wir ein paar Blutträger mitgenommen und dann begeisterte sich die Sache immer mehr. Sagte, ja, das ist eine ganz andere Sicht der Dinge. Sprach es dann bloß noch in der Wir-Form. Also das kriegen wir durch. Dann sagte er, bloß bringen Sie keine Formeln rein. Ich sagte, ja, man muss das herleiten. Er sagte, nein, nein, nein, alles zusammenquetschen auf 15 Seiten, keine Formeln drin, kriege ich überall an. Ich sagte bloß, ich vernehme zwar, die Kunde doch allein gefehlt, der Glaube. Nein, nein, sagt er, machen Sie mal, machen Sie mal. Und er begründet es auch, dass er das nicht lesen kann, weil diese Zeitschriften sind dazu da, zur schnellen Information. [5:11] Sprecher A: Na ja, das ist ja— [5:11] Sprecher B: Gucken Sie doch mal, was ich hier— ich habe da so einen Stapel Papier liegen. Das muss alles durchgearbeitet werden. Und das geht jedem anderen auch so. Na ja, und jeder. [5:21] Sprecher A: Aber es ist doch so, Herr Heim, jeder, der eben so und so viele Papers auf seinem Schreibtisch liegen hat, die er lesen muss, und der bekommt ein Paper, was er nicht versteht, was nicht im üblichen Instituts— naja, Durchlauf ist, dann legt er das erstmal auf die Seite. Wenn ich mal Zeit habe. Und wenn er es dann nicht versteht, dann legt er es ganz zurück. [5:42] Sprecher B: Das steht nicht auf dem Programm. Ich probiere das immer schon mal in Gesprächen möglichst mit völligen Laien aus, die ich dann entsetzlich nerve. Das muss kommen, denn es muss möglich sein, natürlich stark verkürzt, diese Dinge rein verbal auszudrücken, das Wesentliche von der Sache aber zu sagen. Ich habe das auch dem einen Informationschef versprochen in Hamburg. Soll sowieso laufen. Also das kommt garantiert. [6:08] Sprecher A: Ja cool. [6:09] Sprecher B: Das ist mir auch bekannt. Nur ich kann das nicht alles auf einmal machen. Ja, das ist ja ganz klar. Als echter Veröffentlichter kann ich nicht schreiben und gleichzeitig sowas. Das muss schon ein bisschen nacheinander gehen. Denn Sie müssen bedenken, dass ich 30 Jahre lang an diesem Ding gearbeitet habe ohne jede Öffentlichkeit. Und das muss natürlich jetzt mal aufgearbeitet werden. Aber ich glaube, ich kann da doch einiges bieten. [6:37] Sprecher A: Ja, ja, ich meine, das ist nicht die Frage, sondern die Frage ist eben, wenn man heute den Begriff hat. [6:41] Sprecher B: Das Problem, was ich begriffen habe, das ist tatsächlich das Interessante an sich, dass eine Problematik, die man noch gar nicht richtig erkannt hat, via Messen, Scharfe Matten heißt es hier. Eigentlich müsste man ja diffus das messen. Durch diese Ungenauigkeit der Quantentheorie. Wenn ich jetzt ein Partikelspektrum bekomme, bekomme ich eine Formel wiederum für scharfe Matten. Hier scheint sich nämlich dieses unscharfe Prinzip ganz anders zu zeigen. Mir ist aufgefallen, dass ich viel zu viel Therme habe. Wahrscheinlich deshalb, weil so eine Theorie all das wiedergibt, was logisch möglich ist. Das ist ja eine Theorie des Möglichen. Die messen nur eine kleine Untermenge. Nun ist die Frage, wie hängen eigentlich die Bildungswahrscheinlichkeiten von den Gerätekonstanten des Beschleunigers ab? Das ist das Problem, was ich habe. Also was muss ich zum Beispiel am Experiment tun, am Hochenergieexperiment, andere Bildungswahrscheinlichkeiten da sind, dass dann jetzt eine andere Menge der möglichen Partikel vortritt. Also da kommen wir offen gesagt nicht mehr zurecht. Im Augenblick jedenfalls. [8:00] Sprecher A: Ja, aber ich meine die Abhängigkeit meinetwegen von Erwartungswerten, von experimentellen Bedingungen. Das ist ja eigentlich die Aufgabe dann der Experimentalphysiker zu messen, wie ihre meinetwegen Nachweisempfindlichkeiten oder und Ja, das alleine nicht. [8:18] Sprecher B: Die Bildungswahrscheinlichkeiten müssen her. Wenn ich nämlich irgendwelche Verhältnisse habe, kann ich zum Beispiel diese Psi-J-Partikel und Gott weiß was alles feststellen und eine ganze Menge andere dazwischen nicht. Das ist nämlich merkwürdig. Die erscheinen dann einfach nicht. Was muss ich tun? Das wäre nämlich eine sehr interessante Sache. Aber wie gesagt, da weiß ich im Augenblick nicht Bescheid, wie ich es machen soll. [8:42] Sprecher C: Vielleicht verliert er zu was. [8:45] Sprecher B: Die Praktiker, die streiken jetzt. Habe ich schon probiert. Ja, aber wie, aber wie, aber wie? [8:52] Sprecher A: Naja, also das war noch eine Bemerkung, die mache ich. [8:56] Sprecher B: Ich glaube aber, mit diesen Sachen, wir haben da jetzt etwas verloren, dass hier jetzt unsere Zuhörer bloß staunend dabei sitzen und sagen, kein Wort verstanden, aber solche Worte. Das ist doch mal was. [9:09] Sprecher A: Dankeschön. Aber vielleicht melde ich mich auch noch dazu. [9:15] Sprecher C: Wir haben ja schon mal miteinander gesprochen daheim, dass es das Richtigste wäre, Relativitätstheoretiker zu interessieren. [9:26] Sprecher B: Das kommt drauf an, weil da nur bedingt drin hängt. [9:29] Sprecher C: Ja, aber die sind ja die Ersten, die den Ansatz verstehen. Und das ist ja wohl das Wichtige. Also den Teilchenphysikern kann man Ergebnisse zeigen. Sie fragen aber trotzdem, wie ist denn das alles entstanden? Und da hatten Sie ja auch gesagt, dass es gut wäre, mal bei der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, die immer im Oktober zusammenkommen, an einer Tagung teilzunehmen. Und dass bloß dazu eben der erste Band noch abgewartet wird. Wir dachten ja, der kam früher. [10:00] Sprecher B: Das war ich ja darauf gehofft. [10:02] Sprecher C: Aber dann sollte man es also wirklich ganz ernsthaft machen, denn dann muss es wirklich diskutiert werden, und zwar von Beginn an, wo nämlich die Theoretiker mitgehen können. Wo man wirklich sehen kann, ah, hier geht es ein bisschen anders, wie es bei Einstein war. Anders als in der Twister-Theorie und anders als in der Klein-Theorie. Solche Dinge müssen da diskutiert werden, und zwar von der Pike an. Denn das andere, da wird man sich dann einarbeiten wahrscheinlich. Und ich glaube also, dass die Relativitätstheoretiker noch immer die beste Adresse sind. [10:33] Sprecher B: Ja, ich meine, wenn die erstmal das erste Buch gelesen haben, jetzt mal anfangen, das muss man hier auch als bekannte Sache— die ganze Geschichte muss auch mal rein verbal kommen mit den Leuten, die sie interessiert. Ja, eine Kollegin bei DESY, dieser eine Frau, die sagte, könnt ihr denn das nicht mal rausbringen als so einen Fortsetzungsroman für Praktiker? Ja klar, das geht natürlich, wenn ich nicht für jede Fortsetzung wieder x Referenten. [11:05] Sprecher C: Aber das scheint mir dasjenige zu sein, was wirklich vordringlich ist. Denn es ist ja so, dass der Hawking auch von Ihnen schon gehört hat, und er ist ja auch Hawking, und der ist ja eigentlich auch Strukturtheoretiker. Stephen Hawking, vielleicht wissen Sie das. Und da sitzen eigentlich die Leute, die also wirklich Struktur oder Geometrie machen. Gar nicht so detailliert. Das kommt ja dann später erst noch. Sie können mitgehen. [11:33] Sprecher B: Er möchte erst gerne diese ganze Sache vor sich haben. Möchte sich damit gerne mal befassen. Und Hawking ist darauf gekommen, weil damals in Berlin dieser alte Zimmermann sich, dieser Bankrottzeitschrifter, hat er durch die Magazine gezeigt. Hawking hat das bloß quittiert mit Stupid Boy. [11:54] Sprecher C: Das ist bekannt, die Geschichte. [11:56] Sprecher B: Und Dewey war so ärgerlich darüber. Ich sagte, Mensch, regen Sie sich doch nicht so darüber auf. Nein, das verdirbt die wissenschaftliche Diskussion, wenn der Mensch beleidigend wird und hat das gar nicht gelesen. Das verdirbt die Diskussion. [12:13] Sprecher C: Das war unser Kollege, als wir in England waren, nicht wahr? Der hat das nicht richtig begriffen und dann zu einem Mann gegeben, der es auch nicht so richtig wusste. Und dann gesagt, da gibt es Differentialgleichungen, die kann man gar nicht lösen. Ich habe das sogar probiert, sagt er. Das ist natürlich peinlich. Wo man sagen kann, natürlich ist das lösbar. [12:30] Sprecher B: Kann jeder. Vor allem, die Elektronenmasse käme bei mir um Faktor 10 zu hoch raus. Dazu hatten wir doch noch einen neuen Strafgesetzparagraphen, wieder übles Nachrechnen. Das war für mich die Frage, da der bei der Versicherung ist. Also wenn bei dem in den Versicherungsabrechnungen auch über einen Faktor 10 rumpsychotronisiert, dann wird er wirklich mit dem Gesetz— [12:58] Sprecher C: Psychotronik, nicht? Ja, ist die Zeit. [13:00] Sprecher B: Aber das war mir nachher so Quatsch. Ich wollte eigentlich irgendeinen Artikel schreiben. Resch hat es auch angeboten. Die freuten sich da schon drauf. Aber ich hatte da so viel anderes Zeug, und mir war, je mehr Abstand kam, umso quatschiger wurde mir die ganze Sache. Ich meine, es ist blödsinnigerweise, behauptete, das wäre die Verteidigung einer letzten Bastion, weil ich da kein englisches Vokabular reingebracht habe. Und das bringt der Mensch in der Sterbenummer. Ich musste da an die eine Nordseeoper denken. Da wurde doch ein Zar, der ist doch nach Holland gegangen, und der wollte, hatte da dann auch als Zimmermann doch Schiffbruch gelernt. Da muss ich an diese eine Oper denken, denn in der Sterbenummer so hat es gesprochen. Und zwar, das war eine Menge. [13:58] Sprecher C: Aber Sie kennen B.K., nicht? [14:00] Sprecher B: Doch, Hawking, der hat die Sache auch nicht ernst genommen. Der fand das einfach blödsinnig, was der Kollege schrieb. [14:07] Sprecher C: Aber das führt ja bis weit. [14:08] Sprecher B: Furchtbar aufgeregt hat sich dieser Mathematiker, weil auf die Weise fällt das ein, dass die wissenschaftliche Diskussion verdorben wird, womit er eigentlich auch recht hat. [14:19] Sprecher C: Ja, na ja, gut, also die richtige Fachkollegentagung, das müsste eigentlich mal ins Auge gefasst werden. Ist für mich eigentlich das Wichtigste. Ich glaube, das ist auch so in Ihrem Sinne, weil Sie den Betrieb ja kennen, nicht, dass man da einfach mal referiert. Ich glaube, das sollten Sie demnächst mal machen. Das müssen, da müssen wir mal ein bisschen vorbereiten, alle Mann an Bord. [14:45] Sprecher A: Es ist schon sehr spät. [14:47] Sprecher C: Ist zum eigentlichen Thema noch eine Frage im Raum oder nicht? Dann ziehen wir es nicht zu lange hin. Ich glaube, dann brechen wir mal ab heute. Und ich weiß nicht, ob Sie morgen noch da sind. Vielleicht sind Sie noch. Dann haben wir morgen noch ein wie ich meine, sehr interessanten Vortrag. Und da müssen wir also, das, das, es wird wahrscheinlich hart hergehen, nicht wie das letzte Mal auch, und mit Humor. Also ich freue mich schon drauf auf die Dinge, die da morgen kommen. Dann finden wir uns hier wieder ein um die Zeit 9:30 Uhr, glaube ich. Ja, also wieder früh und sprechen dann im Anschluss an Ihren Vortrag noch mal über unser weiteres Vorgehen innerhalb der Gruppe. Noch ein Hinweis zu diesen Büchern, die da hinten gelegen haben. Die haben sich erstaunlicherweise vermindert, kosten aber alle. Falls jemand so ein Ansichtsexemplar in seiner Tasche hat, möge er es entweder bezahlen oder wieder hinlegen. [16:04] Sprecher B: Oh Gott, jetzt ist die Anna weg.