Kassette 43b - Strebungen und Orientierungen - Konditionierung und Manipulation (1982-09-17) KI-Transkription (AssemblyAI), automatische Sprechertrennung, ungeprüft. Sprecher A/B/… noch nicht namentlich zugeordnet. — Auflösung: satzweise — [0:02] Sprecher A: durch die die Arbeiter den Kies geschüttet haben. [0:05] Je enger die Maschen, umso feiner ist das, was durchgeht. [0:08] Dieses autoritäre Gewissen ist eigentlich eine Matrix aus lauter solchen Sieben, für jede Kategorie ein Sieb. [0:16] Es geht alles von außen durch, was der Hierarchie nützt, und das, was nicht nützt, fällt raus. [0:21] Auf diese Weise handelt man immer im Sinne der Hierarchie, und dann kommen diese eigenartigen Sachen zustande, Man hat bei manchen öffentlichen Gerichtsprozessen früher darüber immer gestaunt, dass Menschen, die ganz integer [0:35] aussahen— ich habe selbst solche gekannt— die ganz integer und ordentlich aussehen, guten Eindruck machen, nachher während ihres Dienstes entsetzliche, unmenschliche, grauenhafte Dinge begangen haben, die auch das schlimmste [0:50] Raubtier nicht fertigbringt. [0:52] Und so wie sie vom Dienst nach Hause kommen, sind sie die braven Familienväter und sind ganz manierliche, ordentliche Leute, und kein Mensch weiß das. [0:58] Und hinterher kommt es raus, dass die ein Doppelleben geführt haben. [1:02] Und das Interessante: Die haben dabei noch nicht mal das geringste Unrechtsbewusstsein empfunden. [1:07] Nein, sie haben der Hierarchie oder ihrem Führer oder sonst etwas eben treu gedient, haben ihre Befehle ausgeführt, ihre Pflicht getan. [1:15] War zwar hässlich, aber es ging. [1:17] Sodass auch nicht das geringste Unrechtsbewusstsein da ist. [1:20] Daran können Sie sehen, wie die Manipulation wunderbar gelungen ist. [1:26] Und dann ist es so, dass eigentlich auf diese Weise mit den Leuten alles zu machen ist. [1:34] Man kann zum Beispiel das Erscheinen dieser Siebmatrizen ganz herrlich beobachten am Kleinstadtratsch. [1:43] Wenn Sie da diese Siebkrüppel, diese mentalen Siebkrüppel sich anschauen, was durch das Sieb Was durchgeht, ist in Ordnung, was nicht durchgeht, wird durch die Zähne gezogen. [1:58] Am besten an Beispielen: Ein Schustermeister ist Alkoholiker. [2:05] Nach Dienstschluss torkelt er voll mit Alkohol gefüllt. [2:09] Der arme Mensch hat dann bloß noch 20% Blut im Körper. [2:12] Er torkelt durch die Straßen. [2:14] Alle Welt sagt, weil der Alkoholismus in das Bild Schustermeister passt, Guckt euch an, das Sinnbild biederen Handwerkertums: Der Mann genießt seinen Feierabend. [2:26] Im selben Ort wohnt ein Lehrer, der ist Antialkoholiker, wird zu irgendeinem Fest eingeladen, trinkt dummerweise ein Glas Bier, das er natürlich nicht verträgt, und geht singend nach Hause. [2:36] Er wird nicht mehr das Gerücht los, er ist ein Trinker. [2:42] Nun heißt es: Dem Mann können wir unsere Kinder nicht anvertrauen, weil das Einnehmen von Alkohol in die Denkmatrix Lehrer nicht reinpasst. [2:50] Sehen Sie, so funktioniert dieses System von Denkmatrizen, die das humane Gewissen durch das autoritäre Gewissen ersetzen, und so können auch grausige Dinge nachher durchaus durchgehen. [3:02] Sie nützen ja Hierarchie, man hat eben seine Pflicht getan oder einen Befehl ausgeführt. [3:07] Und dann kann man, ist natürlich eine Kleinigkeit, da auch die Wahrung der eigenen Identität aufgelöst wurde, die Leitidee von vornherein zu setzen. [3:19] Das Kind kann die Leitidee nicht mehr wählen, sondern die glänzende Hierarchie ist die Leitidee des Kindes. [3:25] Und mit solchen Menschen kann man nun diese Hierarchien aufbauen. [3:30] Ja, meine Damen und Herren, das alles ist nicht schön. [3:33] Ich habe Ihnen aber trotzdem— mag dem einen oder anderen jetzt vorkommen, wie kann der Mensch schon so etwas sagen, das ist ein Satanskolleg— Ich habe es Ihnen trotzdem aus meiner Sicht gesagt, denn wenn Sie wissen, wie es [3:46] gemacht wird, können Sie sich dagegen wehren. [3:50] Und so ist es, dass ich eigentlich— und auch heute wirken solche Kräfte noch. [3:55] Die Hierarchien sind heute anders gehärtet, die sind nicht mehr auf direkte Machtausübung aus. [3:59] Heute macht man das ganz anders. [4:01] Heute hängt man sich als Lobby an die Regierenden. [4:07] Die herrschende Moral ist niemals, ist immer nur die Moral der Beherrschten, aber nicht die Moral der Herrschenden. [4:16] So sind zum Beispiel unsere demokratischen Regierungen überhaupt nicht die Herrschenden, denn die werden moralisch viel strenger kontrolliert als alle anderen. [4:24] Wer herrscht, sitzt im Hintergrund. [4:27] Das sind ganz andere Leute, die dann noch entsprechend leben und die nun die Regierenden über das Mandat jetzt zu allen möglichen Dingen veranlassen. [4:38] Man könnte sagen, in einer Demokratie ist so was nicht möglich. [4:41] Also vorausgesetzt, die Demokratie ist wirklich Demokratie und nicht einfach der Aufstand der Mittelmäßigkeit gegen das Besondere. [4:47] Aber nehmen wir an, es ist wirkliche Demokratie, dann haben wir trotzdem die Möglichkeit der Manipulation. [5:02] Denn, meine Damen und Herren, Sie können mir eins glauben: Eine Dummheit bleibt auch dann eine Dummheit, wenn es die Mehrheit beschließt. [5:11] Und ein Delikt, wie zum Beispiel das Delikt der Gesellschaftskriminalität, indem man ganze Landschaften unter den Greifbagger nimmt, ein solches Delikt bleibt auch dann ein Verbrechen, Wenn es die Mehrheit toleriert. [5:29] Das sind Ergebnisse der Manipulation von jetzt anders gearteten Hierarchien. [5:34] Man kommt uns dann mit dem Wort: Ja, wir müssen was für den Fortschritt tun. [5:39] Haben Sie schon jemals gehört, dass irgendjemand von so einer Wachstums- und Expansionshierarchie Ihnen genau erklärt hätte, was Fortschritt ist? [5:47] Fortschritt, das wird immer hingestellt als technische Neuerung. [5:51] Ja, diese Neuerungen können einen Fortschritt auf dem Weg zum Friedhof bedeuten und mehr gar nicht. [5:57] In Wahrheit ist doch Fortschritt etwas ganz anderes. [6:01] Nur dann, wenn die technische Neuerung mit einem Schritt zur Humanität gekoppelt ist, dann ist es Fortschritt. [6:12] Vergleichen Sie jetzt bitte einmal zum Beispiel den angeblichen Fortschritt des Individualverkehrs, der Urbanisation mit ihren Betonmonstern, vergleichen Sie den den angeblichen Fortschritt megalomaner Kernkraftwerke, weil [6:31] man von falschen Kalkulationen des Energieverbrauchs ausgegangen ist. [6:36] Vergleichen Sie das bitte mal mit wahrem technischem Fortschritt, zum Beispiel mit so ganz bescheidenen Dingen: Verwendung des Röntgengerätes in der Chirurgie, Verwendung der Lokalanästhesie, der Vollnarkose. [6:49] Ich meine, damit Sie wissen, was ich meine: Lassen Sie sich doch mal einen entzündeten Backenzahn ziehen ohne jede Betäubung und vergleichen Sie das mal mit dem Zahnziehen bei Lokalanästhesie, dann werden Sie schon merken, [7:01] was ich meine. [7:02] Das sind Schritte zur Humanität. [7:04] Oder zum Beispiel die Kanalisation von Pettinghofer, die Frischwasserversorgung. [7:10] Das sind technische Neuerungen, die mit Schritten zur Humanität verknüpft sind. [7:15] Aber das, was hier heute als Fortschritt angeboten wird, ich muss ganz offen sagen, ich vermisse in jedem Fall das humanitäre Element. [7:25] Aber hinter all dem steht doch letzten Endes in heutigen Hierarchien, die manipulieren uns zwar so, wie ich es vorhin gesagt habe, nicht wahr, da stehen doch in Wahrheit immer dasselbe: gesichts- und geschichtslose, aber [7:38] merkantile Banausentum ohne jede metaphysische Bindung. [7:43] Sehen Sie, und nun möchte ich Sie bitten, Versuchen Sie einmal, sich selber in Ihr eigenes Herz zu schauen, und versuchen Sie zu erkennen, wo an Ihnen selbst Schäden eingetreten sind durch solche Manipulationen. [8:03] Wenn Sie es nämlich wissen, dann können Sie aus eigener Kraft diese Dinge sanieren. [8:07] Und wenn das geschehen ist, dann erwarte ich jetzt von Ihnen, dass Sie diesen widerwärtigen Zeitgeist dieses merkantilen und Gesichts- und Geschichts- Banausentums, das eigentlich nur in Konsum und Produktion, in Profit und [8:22] Verlust denkt, nicht wahr, das in allem nur die Ware und den einzigen Daseinssinn im Profit, beim Umsatz der Ware sieht, dann erwarte ich von Ihnen, dass Sie diesen widerlichen Zeitgeist bekämpfen, wo immer es geht. [8:35] Aber ich sage Ihnen gleich: Bomben sind keine Argumente. [8:39] Aber eins habe ich erlebt: Wir haben in allen Industriestaaten sehr gute Gesetze, die nur darauf warten, dass wir Bürger sie verwenden, Und das scharf geschliffene Wort ist eine furchtbare Waffe, insbesondere wenn es gewürzt [8:55] wird mit ironischem Humor und Giftzahn. [8:58] Und das sind Waffen, die Sie alle benutzen können. [9:02] Und wenn ich mich jetzt von Ihnen verabschiede, wünsche ich Ihnen noch einen guten Verlauf des Kongresses. [9:06] Aber angesichts eines so ungemütlichen Themas und eines solchen Satanskollegs— ja, Sie brauchen nicht zu applaudieren. [9:38] Also, ich sagte Ihnen, Sie brauchen nicht zu applaudieren. [9:41] Ich sehe aber an Ihrem Applausgehorsam, Untertanen sind Sie bestimmt nicht. [9:52] Sprecher B: Ja, wir können jetzt— der Applaus hat gezeigt, dass hier Burkhard von seinem Gesichtspunkt aus in strukturelle Maschen hineingegriffen hat, die— wenn man das nennen kann— bei der Manipulation von manipulierendem Wohl verwendet [10:20] werden, gezielt und gut, wobei er selbst sich außerhalb des Maschenbereiches stellt, um nicht ins Netz zu kommen. [10:30] Ich möchte hier eröffnen, sofort, dass wir in die Diskussion übergehen, und Sie können jetzt an Herrn Haim noch Fragen stellen, wenn Sie immer gleich zum Mikrofon gehen, wo immer Sie sind. [10:44] Sprecher A: Also, ich möchte korrigierend dazu sagen, ich bin in meinem Leben sehr oft in dieses Maschenwerk hineingeraten. [10:50] Das ist mir nicht gut bekommen. [10:52] Sprecher B: Ja, aber kann man sagen, wenn Sie hineingeraten sind, dass Sie dann manipuliert wurden? [11:05] Sprecher A: Man kann sich wehren. [11:09] Sprecher B: Ja, entschuldigen Sie. [11:11] Sprecher A: Ja, ich möchte fragen, eingangs war die Rede von der Schuldfähigkeit des Menschen. [11:16] Ich habe ein schlechtes Gehör. [11:22] Sprecher B: Ja, bitte. [11:23] Sprecher A: Sie sagten, der Mensch im Gegensatz zum Tier kann schuldig werden. [11:27] Wie ist es jetzt mit dem manipulierten Menschen, der unter einer solchen funktionierenden Hierarchie vom Säugling an manipuliert ist? [11:35] Wird ihm auch die Schuldfähigkeit damit genommen? [11:37] Ist er dann nicht mehr schuldfähig, weil er manipuliert ist? [11:41] Und wenn er das ist, kann man ihn dann überhaupt noch als Menschen bezeichnen, oder wäre das nur noch ein biologischer Roboter? [11:48] Sprecher B: Ja, es ist so, Sie sagen, nur der Mensch kann schuldig werden. [11:54] Jetzt, wie ist es, wenn der Mensch manipuliert ist, ist er dann und als Manipulierter handelt, ist er dann noch schuldig oder kann man ihn als funktionierenden Roboter bezeichnen? [12:12] Sprecher A: Nun ja, ich finde, das kommt einfach darauf an. [12:17] Man kann hier nicht allgemein pauschal urteilen. [12:19] Ich meine, ich sage Ihnen jetzt nur mein Gefühl, was ich dabei habe. [12:23] Denn ich meine, schuldig, man kann natürlich die Schuld jetzt nicht einfach auf die Manipulatoren abwälzen, das geht natürlich Man kann sagen, ja, ich habe das mal gehört, dann versteckt man sich hinter einem Befehlsnotstand. [12:34] Ist richtig, aber andererseits ist es natürlich so, man kann ja zumindest den Versuch unternehmen, sich gegen die Manipulation zu wehren. [12:45] Ich meine, das kann man ja immerhin machen, obwohl es Grenzsituationen gibt, in denen dieses Rezept eben einfach nicht mehr funktioniert. [12:53] Ich meine, es hat ganz grausame Zeiten gegeben, zum Glück bin, musste ich vorzeitig, bin ich gar nicht erst in solche Geschichten hineingekommen. [13:01] Aber ich habe gehört, dass es ganz grausige Zeiten gegeben hat, dass da Kommandos gegeben wurden, man, da sollte dann irgendwelche Leute sollten umgebracht werden. [13:11] Man hat die Leute ans Maschinengewehr befohlen und hat dann Feuerbefehle gegeben. [13:16] Ja nun, jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. [13:19] Jetzt kann der Betreffende sehr mutig sein und sagen, nein, ich mache das nicht. [13:22] Dann wird er dazugestellt und der Nächste kommt. [13:25] Was soll man dann machen? [13:27] Märtyrer werden hier gar nicht gefragt, denn die gehen einfach unter. [13:32] In dem Fall, was sollte man machen? [13:34] Ich meine, wenn es mir passiert wäre, ich glaube nicht, dass ich es fertiggebracht hätte, mich da einfach selbst hinrichten zu lassen. [13:43] Aber der Hass wäre gestiegen, und bei der nächsten besten Gelegenheit hätte man zuschlagen können. [13:51] Das sind eben Grenzsituationen, da können wir wenig machen. [13:54] Sie müssen auch daran denken, ich kann hier keine allgemeinen Lebensrezepte geben. [14:00] Sprecher B: Nächste Frage. [14:04] Vielleicht darf ich eine Frage stellen in diesem Zusammenhang. [14:08] Gibt es Möglichkeiten oder die Praxis auch bei Gericht, dieser und dieser Mann ist unter so viel Pharmaka gestanden, und da hat der Herr in diesem Rahmen entschieden. [14:23] Das heißt, er selber war konditioniert, in dem Fall chemisch, und daher war er nicht in der Lage, seine Handlung zu kontrollieren. [14:37] Und er wird von diesem Mord— das hat sich hier, ich nenne den Fall, Wurde freigesprochen. [14:44] Sprecher A: Ja, das gibt es. [14:45] Ich meine, wir haben doch im deutschen Gesetz diesen einen Paragraphen, früher war es 51a, ich weiß nicht, wie er jetzt ist, Unzurechnungsfähigkeit. [14:54] Es kann doch durchaus passieren, dass jemand eine Tat begeht, eben unter dem Einfluss irgendeines Pharmakons oder sonstigen Gründen, und er begeht etwas und weiß gar nichts davon. [15:05] Es gibt sogar Erkrankungen, ich habe das mal In welchem Buch war das? [15:09] Ich glaube, bei Schulz-Encke habe ich das mal gelesen, ich weiß es nicht. [15:12] Dass es Krankheiten gibt, dass der Betreffende nicht weiß, was er tut, er glaubt, er hat geschlafen. [15:21] Ja, keine? [15:24] Sprecher B: Ja, bitte, Herr Lang. [15:26] Sprecher A: Wenn er unter Hypnose handelt, also wenn er vorher hypnotisch manipuliert wird und dann unter einem hypnotischen Befehl handelt, Ich erinnere an Amerika, wo diese Mädchen eine Schauspielerin ermordet haben. [15:41] Ich weiß den Namen jetzt nicht. [15:42] Nur könnte ich mir vorstellen, dass der Betreffende, der in der Hypnose etwas tut, dass der gerichtlich gar nicht belangt wird. [15:49] Nur der Hypnotiseur darf sich nicht erwischen lassen. [15:53] Sprecher B: Wobei hier noch etwas hinzuzufügen ist, gerade bei der Hypnose. [15:58] Es ist so, Man wacht im Traum und auch in der Hypnose, irgendwo kommt man heraus, wenn man in der grundmoralischen Haltung dies nicht macht. [16:10] Aber wir wissen heute, es werden ganz bestimmte Personen gesucht, vor allem für terroristische Ausführungen, die im Rahmen, nennen wir das der Psychopathie, ich werde am Sonntag kurz auf das eingehen, die diese moralische [16:27] Hemmung nicht haben und daher durch eine leichte hypnotische oder auch medikamentöse Stützung jene Kaltblütigkeit an den Tag legen können, um das auszuführen. [16:40] Es ist hier das Ganze, ist ja auch das Problem der Aggressionshemmung. [16:48] Jeder, wenn er irgendwo Frust wird und dergleichen, neigt zur Aggression. [16:56] Nun hat er in sich Hemmungen, aber durch eine gewisse Form, wo auch die Psychologie und die momentane Denkform— ist es ja nicht menschlich hochwertig, Hemmungen zu haben. [17:14] Daher, wir müssen enthemmt sein. [17:16] Sein, und wenn wir psychisch enthemmt sind, sind wir nicht mehr in der Lage, aggressive Momente bei uns aufzufangen. [17:26] Und nun werden vor allem auch Leute verwendet, Hypnose oder auch medikamentös, so dass sie die Hemmschwelle der letzten Aggressivität, jemanden umzubringen, tatsächlich machen. [17:41] Und es scheint zu sein, Noch eines: Veranlagungsmäßig scheint es zu sein, dass gewisse Charakterstrukturen keine Hemmungen haben. [17:50] Ich denke hier an ein Beispiel: Ein Soldat, der hatte keine Hemmungen, irgendjemanden zu erschießen. [18:02] Der ist einfach weg, weil er persönlich nur für sich Also das sind dann Formen gewisser skizzioider Charakterstruktur. [18:11] Ich möchte das hier kurz hinzufügen, aber es war noch eine Wortmeldung. [18:16] Sprecher C: Ich habe noch eine Frage zu einem anderen Aspekt Ihres Vortrages. [18:21] Mir ist aufgefallen, dass Ihr Weg über die Physik zu Metaphern führt, die man in vielen großen Religionen und Kulturen auch findet. [18:32] Das heißt, im, ich soll sagen, mit dem Herzen sehen, zum Beispiel. [18:38] Das heißt, dass viele Religionen, jetzt im Besonderen vielleicht auch der Buddhismus, oder auch zum Teil im Christentum könnte man solche Dinge aufzählen, die ähnliche Metaphern aufstellen und auch ähnliche, sagen wir, Mechanismen [18:53] entwickeln können gegen die Manipulierung, einfach mit dem Unterschied, dass sie sich dessen nicht intellektuell bewusst sind. [19:00] Das heißt einfach, ja, solche Metaphern, die zu, ich würde sogar sagen, gleichen Resultaten kommen, aber über einen ganz anderen Weg als von— also jetzt sagen wir über die theoretische— [19:15] Sprecher B: auf einen anderen Weg. [19:17] Ganz am Anfang habe ich nicht verstanden, haben Sie Physik oder Metaphysik gesagt? [19:21] Sprecher C: Also ich habe Physik gesagt, und auf einem anderen Weg, einfach indem man in sich selber horcht. [19:26] In dem dann ja einfach nicht, sagen wir, verstandesmäßig. [19:31] Sprecher B: Er meint, dass man auf gedanklicher Ebene, sei es religiöser Ebene, gewisse Strukturmuster hat, die vom Geistigen herkommen und das Gleiche im Effekt bewirken als die Strukturmuster die du aufgezeigt hast, die wirksam sind, [19:57] wenn jemand das und das tut. [20:01] Sprecher A: Ja, andererseits, ich meine, gerade religiöse Strukturen, die scheinen mir immer— aber wie gesagt, das ist eine völlig unkompetente Meinung, ich verstehe von Theologie so gut wie nichts, ja, aber religiöse Strukturen sind [20:20] ja immer Strukturen mentaler Art, die diesen Indikator, den ich als Gewissen bezeichnet habe, in sehr feiner Weise und in sehr guter Weise verfeinern können. [20:38] Sie werden einen Menschen mit einem humanen Gewissen der auch sehr stark religiös gebunden ist, werden Sie wahrscheinlich kaum zu irgendwelchen Geschichten manipulieren können, die lebensfeindlich sind. [20:55] Zumal das Wort Religion, so viel ich weiß, nicht von Relikt kommt, das da irgendwo ein Überbleibsel aus der Vergangenheit ist, sondern das Wort kommt, so viel ich weiß, von dem Wort religio. [21:11] Rückbindung. [21:12] Wir Menschen, ich sagte es, haben freie Wahl, Orientierungen unserer Strebungen einzustellen. [21:20] Wir können also anders handeln, als wir wirklich handeln. [21:24] Wir können schuldig werden. [21:29] Die Bindung des Tieres zum Seinshintergrund ist bei uns zugunsten dieser freien Entscheidungsmöglichkeit aufgehoben worden. [21:39] Und wenn jetzt kein Direktiv kommt in dieser Instanz oder der religiösen Strukturen, wenn keine Religio, keine Rückbindung versucht wird, dann würde wahrscheinlich keine menschliche Gemeinschaft bestandfähig sein. [21:56] Ich glaube nicht, dass es dann überhaupt eine menschliche Gesellschaft gäbe. [22:00] Aber wie gesagt, das ist eine ganz private Meinung. [22:03] Sprecher B: Vielleicht darf ich in diesem Zusammenhang hinzufügen, was man jetzt sehr interessant in dieser Psychobiologie gefunden hat. [22:14] Man hat ja früher gemeint, dass man durch einen Reiz, nennen wir ein Blitzlicht, erzeugt man eine Reaktion. [22:24] Nun hat man gesehen, hat gemeint, das sei eine Welle, es kommt die Reaktion, daher die Verhaltensforschung, Skinner-Box, Das heißt Reiz-Reaktion, drinnen tut sich nichts. [22:36] Jetzt hat man bei der sogenannten evozierten Reaktion gesehen, dass wir— und das ist etwas Hochinteressantes— wenn ich einem Blitzlicht ausgesetzt werde, habe ich, wenn ich schlafe oder völlig bewusstlos bin, eine vierfache [22:58] Reaktionsformen, also Wellenformen im Gehirn, baut sich auf. [23:03] Wenn ich bewusst bin, kommen noch 4 weitere dazu. [23:09] Und es zeigt sich nun, und da zeigt sich nun, dass diese Reaktionsformen bei gewissen Menschen, die sollen, das ist eine Diskussion von der Cortex- von innen her ausgelöst werden. [23:26] Diese kommen bei manchen zu spät, das heißt, sie gehen von der Reizung sofort in die motorische Aktion über, und nachher erst haben sie diese Reaktion. [23:40] Hingegen manche Menschen, die bekommen die Reizung, dann zeigen sich diese weiteren 4 Reaktionen des Gehirns, die der Person ermöglichen, auf den Reiz zu antworten, bevor noch die motorische Reaktion erfolgt. [24:00] Und man versucht jetzt in Amerika bei der Auswahl von Offizieren und dergleichen auf dieser Grundlage zu messen, ob dieser Mensch hirnphysiologisch in der Lage ist, vorher die Bremse zu ziehen, bevor er handelt und nicht [24:18] nachher, sodass ich besonders hervorheben möchte, dass zum Studium der Strukturen und dieser ganzen Momente auch von der Religion her die Vorgegebenheiten in Physis und Bios mit einbezogen werden müssen. [24:41] Damit tatsächlich diese Form eines moralischen Verhaltens möglich ist. [24:47] Schwierig wird die Geschichte bei jenen Leuten, die motorisch reagieren und nachher erst diese Reaktion machen. [24:55] Das heißt, der bekommt einen Reiz, haut dem die Ohrfeige ab, und dann bereut er es. [25:03] Ja, der andere bekommt den Reiz, hat die Hemmung, und hält die Hand zurück. [25:12] Und zwar ist dies heute hirnphysiologisch messbar. [25:20] Daher plädiere ich sehr— also für mich ist es so: Wir haben eine Wortoffenbarung und wir haben eine Naturoffenbarung, und beides muss zusammenstimmen. [25:31] Sprecher A: Ja, jetzt ist aber noch eine Frage: Ja, ich wollte dazu kurz noch was sagen. [25:37] Man kann hier doch wunderbar sehen, wie eng hier gerade im Hirn die Bereiche, die Daseinsbereiche des Menschen, Physis und Bios, verflochten sind, nicht wahr? [25:50] Und wie dann wieder psychische und mentale Bereiche hier wieder einblenden können. [25:56] Wunderbar sehen. [25:57] Und das, was uns eigentlich heute auf breiter Basis fehlt, ist eine einheitliche Betrachtung dieser 4 Daseinsbereiche. [26:07] Und ich meine, in dem Buch Postmortale Zustände wurde versucht, eine einheitliche Schau zu geben, aber das Ganze scheint etwas unverdaulich geschrieben zu sein. [26:16] Aber man kann natürlich kommentieren, noch alles Mögliche dazu schreiben. [26:22] Sprecher B: Ja, jetzt haben Sie Beobachtungen gemacht, wie der Alkohol oder der Hang zum Alkohol in diesem Zusammenhang zu sehen ist. [26:32] Sind da irgendwie Unterdrückungen von— [26:36] Sprecher D: ich weiß nicht. [26:37] Sprecher B: Auf jeden Fall, haben Sie Beobachtungen in Bezug auf Drogen oder Alkohol gemacht in der Richtung, oder wie sehen Sie den Zusammenhang? [26:45] Und haben Sie Möglichkeiten, durch diese Beobachtung wieder von diesen Drogen wegzukommen? [26:53] Ja, die Frage ist, ob du Beobachtungen hast bezüglich Drogen und dergleichen. [27:00] Sprecher A: Nein, überhaupt nicht. [27:01] Sprecher B: Überhaupt nicht? [27:03] Sprecher A: Ja Gott, ich meine, ich habe natürlich Alkoholiker beobachtet, und die Frage, ob man Alkohol zu Drogen rechnen sollte, ich meine ja. [27:11] Die Frage wäre ganz einfach, wie kommt der Mensch überhaupt dazu? [27:17] Könnte hier nicht eine reine destruktive Tendenz am Werk sein, die nach innen gerichtet ist. [27:24] Denn man weiß doch ganz genau, dass man sich physiologisch damit ruiniert. [27:28] Es wird aber trotzdem gemacht. [27:31] Ich habe, wie gesagt, gar keine Erfahrung hier. [27:37] Sprecher B: Ja, ist ja noch eine Frage, Herr Professor Beck. [27:43] Nun arbeiten etwas näher hin. [27:47] Sprecher D: Autoritäre Systeme arbeiten bei ihren Manipulationen ja auch mit Waffen, mit kognitiven und affektiven Waffen. [27:58] Sie versuchen ihre— [28:00] Sprecher B: wenn Sie etwas näher hin, wir verstehen das hier nicht ganz, müssen Sie hinunter. [28:08] Sprecher D: Manipulationen suchen sich zu tarnen. [28:12] Und dadurch ihre Absichten als positiv darzustellen, den Menschen zu verführen, sodass er schließlich, wie wir am ersten Vortrag am Mittwochabend ja schon gehört haben, diese Intentionen als eigene, spontane empfinden. [28:29] Erste Frage jetzt: Wie ist es möglich, aufgrund Ihrer Konzeption, Herr Heim, in sich die Voraussetzungen zu schaffen, solche Tarnungen zu durchschauen? [28:40] Zweite Frage: Die affektiven Waffen, mit denen autoritäre Systeme arbeiten, sind vor allem Erzeugung von Angst. [28:50] Wie ist es möglich, wiederum aufgrund Ihrer Konzeption, in sich die Voraussetzungen zu schaffen, gegen Angst sich zu festigen, etwa Vertrauen in Transzendenz, Liebe, Hingabe, Also positive Bereitschaften zu wecken? [29:06] Das wären meine beiden Fragen. [29:09] Sprecher B: Ja, die eine Frage war: Wie ist es möglich, die Tarnung der Konditionierung zu durchschauen, der Manipulation? [29:23] Das heißt, die Manipulation wird getarnt. [29:27] Und wie ist es möglich, Gibt es hier von dir aus etwas zu sagen, wie man das durchschauen könnte? [29:37] Sprecher A: Leider kann ich da kein Rezept geben. [29:40] Nur habe ich den Eindruck, wenn immer hingewiesen wird, dass das so— du hast jetzt das und das zu tun, denn das ist groß und edel und so weiter, dann sollte man erst mal prüfen, was nun wirklich bei klarer Prüfung von all [29:56] dem Großen und Edlen übrig bleibt. [30:00] Das muss man von Fall zu Fall wohl entscheiden. [30:02] Schön wäre es, wenn man ein Rezept hätte, dass man einfach von vornherein durchschaut, hier werde ich manipuliert. [30:09] Oder man sollte sich ansehen, hinter welchen Idealen sich die betreffende Hierarchie versteckt. [30:17] Wenn das Ideal immer wieder zur Tarnung rausgesucht wird, dann können Sie garantiert in der entgegengesetzten Richtung die Wahrheit finden. [30:24] Das ist übrigens eine alte Sache, die mir auch mal ein Kriminalbeamter sagte: Wenn ein Täter der Polizei immer wieder sagt, in der Richtung liegt es, muss man sich um 180 Grad rumdrehen, und da findet man die Wahrheit. [30:39] Und dann werden Sie jedes Mal manipuliert werden. [30:42] Ich meine, ich kann da wirklich nicht irgendwelche konkreten Rezepte geben, und schön wäre es. [30:50] Sprecher B: Ja, die zweite Frage ist mir nicht so geläufig. [30:54] Es handelt sich hier um Waffen und ob man— könnten Sie— wie war diese Frage? [31:06] Einsicht? [31:08] Angst. [31:08] Angst. [31:09] Ja, was soll man mit der tun? [31:11] Sprecher A: Wie kann man sich dagegen wehren? [31:16] Sprecher D: Ja, das ist autoritäre Systeme versuchen zu ängstigen, Angst zu erzeugen. [31:21] Ja, und wie schafft man aufgrund ihres Systems, sind sich die Voraussetzungen gegen Angst, Ängstigung immun zu werden? [31:28] Sprecher B: Ah ja, ich verstehe. [31:30] Ja, jetzt man schafft Angst und das ist die Voraussetzung, dass man zum Beispiel Waffen bauen kann zur Verteidigung, nicht? [31:40] Das Diese Sachen berühre ich dann von der Psychologie her am Sonntag. [31:45] Zum Beispiel, wir halten das Gleichgewicht in der Rüstung. [31:51] Das Gleichgewicht muss behalten werden, um die Angst zu beruhigen. [31:57] Wir brauchen keine Angst zu haben, wir sind im Gleichgewicht. [32:01] Also wie könnte man hier diese Sachen, also der Bildung der Angst, um etwas durchzuführen, eben durchschauen. [32:13] Sprecher A: Ich finde, man sollte gerade von westlicher Seite ein Experiment machen, das man ja sofort wieder zurücknehmen kann. [32:20] Wir setzen voraus, dass die Gegenseite immer weiter rüstet. [32:25] Die Gegenseite setzt voraus, wir rüsten immer weiter. [32:29] Aber andererseits sind das alles Menschen, die eigentlich auch ganz gerne leben. [32:35] Finde, wenn man für jeden Menschen dieser Welt, also vielleicht auch Säuglinge einbezogen, für jeden Menschen eine Vernichtungspotenz von 40.000 Kilo Sprengstoff bereithält. [32:53] Das heißt, Sie könnten im Grunde genommen jeden Säugling mit 40.000 Tonnen Sprengstoff vernichten. [32:59] Dann ist das so ein unvorstellbares Vernichtungspotenzial, dass beispielsweise ein Zurücknehmen der jetzt in Westeuropa diskutierten Nachrüstung mit neuen Mittelstreckenraketen diese Vernichtungspotenz um nur wenige Prozent [33:17] absenken würde. [33:20] Die gesamte übrige Vernichtungspotenz bleibt doch auf westlicher Seite. [33:24] Jetzt sollte man es für einen Versuch machen und sagen: Wir haben hier zum Beispiel starke Friedensbewegung, die Grünen werden überall stärker. [33:32] Na schön, wir stecken das mal zurück. [33:36] Man kann ja, wenn es nicht klappt, sofort nachziehen und dann mal sehen, wie sich die andere Seite benimmt. [33:42] Ich meine, das muss man einfach ausprobieren. [33:44] Ich glaube nicht, dass man da viel konferieren kann. [33:47] Das wird auch wenig bringen. [33:49] Im Übrigen habe ich den Eindruck, aber wie gesagt, bitte, das ist meine ganz persönliche Meinung. [33:54] Ich habe den Eindruck, dass eigentlich der Frieden, in dem wir leben, und auch die Wirtschaft, der Wohlstand, den wir haben, eigentlich nur auf Negationen aufgebaut ist. [34:10] In Deutschland sagte mal ein Politiker: Ja, das Prinzip meiner Wirtschaft sind menschliche Schwächen: Neid, Habgier, ihre Missgunst. [34:19] Das Motiv, und das ist im Osten genau das Gleiche, das Motiv der Rüstung ist Angst. [34:27] Angst ist auch eine Negation. [34:29] Ja, du lieber Himmel, hier sieht man deutlich, dass eben die mathematische Logik nicht unbedingt politische Logik sein braucht. [34:37] Wenn ich normalerweise nur Minusposten addiere, kommt allemal wieder ein Minusposten raus. [34:44] Ich frage mich, wieso kommt eigentlich durch das Addieren von lauter Negationen nachher etwas Positives raus? [34:50] Oder ist das nur zum Schein etwas Positives? [34:53] Leben wir nicht in Wahrheit alle auf einem Vulkan? [35:05] Sprecher B: Ja, jetzt ist es 12 vor, wir müssen die Diskussion jetzt aufhören. [35:10] Heute Nachmittag ist ja