Kassette 43a - Strebungen und Orientierungen - Konditionierung und Manipulation (1982-09-17) KI-Transkription (AssemblyAI), automatische Sprechertrennung, ungeprüft. Sprecher A/B/… noch nicht namentlich zugeordnet. — Auflösung: satzweise — [0:13] Sprecher A: Ich freue mich, dass ich ihn hier begrüßen darf, und möchte dir das Wort jetzt übergeben. [0:19] Danke, in voller Freiheit. [0:21] Wir müssen dann— Freiheit wird sowieso eine Stunde damit wir etwas Diskussion haben. [0:27] Ja, ja, ja, das ist— ich werde sehen. [0:29] Ein richtiges Konzept habe ich gar nicht, also das kriege ich hin. [0:34] Gut, ja, meine Damen und Herren, als Sie das diesjährige Kongressprogramm durchblätterten, werden Sie sich beim Lesen der Ankündigung meines Beitrages wahrscheinlich gedacht haben: Schuster bleibt bei seinem Leisten. [0:51] Denn schließlich ist es etwas ungewöhnlich, dass ausgerechnet ein Physiker sich ein offensichtlich psychologisches Thema wählt: Strebungen und Orientierungen. [1:03] Nun, ich möchte dieses Thema nicht im üblichen Sinn als psychologisches Thema aufgefasst wissen. [1:12] Vielmehr möchte ich anknüpfen an ein Buch, das den Titel Postmortale Zustände trägt und anlässlich des vorletzten Imago Mundi Kongresses beim Resch Verlag erschienen ist. [1:31] In diesem Buch wird zunächst einmal versucht, die Frage zu klären, ob diese Welt, in der wir leben, wirklich so beschaffen ist, wie es in der heutigen Zeit gerne von den Massenkommunikationsmitteln verbreitet wird. [1:50] Die Frage: Ist diese Welt wirklich reine Physis und voll mathematisierbar, oder ist das nicht der Fall? [1:58] Ist diese Welt nur der Teil einer übergeordneten Ganzheit, die wir nicht kennen und die auch gar nicht mathematisierbar ist? [2:07] Wir kamen zu dem Ergebnis in dieser Schrift, und zwar über die logische Schlussweise der Reductio ad absurdum, dass es noch weitere Bereiche von qualitativen Gesetzmäßigkeiten geben muss, die man ausloten kann. [2:28] Und zwar könnte man sagen, dass diese Vierfachkonturierung des Seins, wie sie auch von Herrn Resch oft zitiert wird, in Physis, Bios, Psycho und Pneuma tatsächlich als Realität hingenommen werden muss. [2:44] Wobei natürlich diese 4 zusätzlichen Ausschnitte auch noch verhältnismäßig wenig sind, aber immerhin kann man jetzt über eine indirekte Schlussweise, wobei man indirekt jetzt nicht im mathematisch strengen Sinn auffassen [2:59] sollte, sondern indirekt so mehr Entschluss, vielleicht so in Schleifen oder in Bögen und nicht geradlinig, nicht wahr, dass man diese indirekte Schlussweise jetzt zeigen kann, dass es in diesen Bereichen Strukturen gibt. [3:16] Und man kann versuchen, eine Strukturbetrachtung, wobei der Strukturbegriff hier sehr offen bleiben kann, eine Strukturbetrachtung des menschlichen Seins in diesen zusätzlichen Bereichen der Welt zu versuchen und kommt dann [3:39] zu einem ganz interessanten Ergebnis. [3:42] Nur, es gehört eigentlich zu diesen Ausführungen so eine Art Formalismus, der aber mit der Mathematik nichts zu tun hat. [3:52] Ich habe diesen Formalismus in dieser kleinen Schrift nicht bringen können, denn die Schrift selbst sollte nur die Existenz dieser Arbeit der Öffentlichkeit vorstellen und nicht ins Detail gehen. [4:07] Zugleich sollte die Schrift auch als eine Warnung aufgefasst werden. [4:12] Eine Warnung insofern, ich hier an manche Menschen denke, die sich eigentlich als Skeptiker um der Skepsis willen erweisen, Oder andere, die zu irgendwelchen spiritistischen Vereinigungen gehören, die nun glauben, dass man [4:35] eigentlich hier schon alles weiß. [4:37] Es sollte eine Warnung sein, die sollte sagen: Seid vorsichtig, man kann auch hier sehr streng logisch vorgehen und kommt dann auch zu Ergebnissen, die sich so oder so mit all diesen festgefahrenen Meinungen natürlich vielleicht [4:54] nicht vereinbaren lassen. [4:57] Nun, ich wollte jetzt aus dieser Schrift kurz einige wesentliche Dinge herausnehmen, die wir jetzt brauchen. [5:07] Und zwar stellt sich dabei zunächst einmal heraus, wir gingen von der Schlussbasis einer einheitlichen Beschreibung der Physis aus. [5:13] Das war die Basis unseres logischen Schlusses. [5:16] Allerdings muss diese Physis einheitlich beschrieben werden. [5:20] Hier befindet sich ein Buch im Druck über Elementarstrukturen der Materie. [5:24] Das ist eben eine physikalische Frage. [5:28] Aber ich würde sagen, diese einheitliche Theorie, mit der ich mich da lange befasst habe, der einheitlichen Theorie der Physik, ist eigentlich nicht mehr spekulativ. [5:38] Denn vor wenigen, vor 2 Monaten war es, konnten die gesamten Aussagen dieser Theorie voll und zwar quantitativ richtig, vom Deutschen Elektronensynchrotron in Hamburg bestätigt werden. [5:56] Das heißt, wir haben eine sehr saubere, solide Schlussbasis. [6:01] Nun führten gewisse Methoden, deren Begriffsapparat erläutert, genau definiert wurde, denen ich eigentlich spirituellen Richtungen anbieten möchte, damit man weiß, wovon man spricht. [6:21] Dieser Begriffsapparat wurde gebracht und ich habe nun versucht, den Weg aufzuzeigen. [6:29] Man kommt dabei nun zu der Möglichkeit, gewisse Grenzen zu transzendieren, zum Beispiel der Grenzbereich vom Quantitativen zum Qualitativen. [6:39] Die Grenzen zwischen diesen 4 Seinsbereichen lassen sich transzendieren und man kommt nun zu einem einheitlichen Bild der lebendigen Strukturen in diesen 4 Seinsbereichen, die alle gleichermaßen abgedeckt werden. [6:54] Und dabei stellt sich nun heraus, dass in einem Transbereich— das hatten wir schon in der Physik gesehen— dass es neben den 4 bekannten Dimensionen von Raum und Zeit noch weitere verborgene Weltdimensionen geben muss. [7:10] Und das hatte erst den Erfolg im Physik gebracht. [7:13] Es ist in diesem Transbereich, gibt es nun einerseits durchaus noch beschreibbare Strukturen, die noch mathematisch beschreibbar sind, und zwar handelt es sich dabei um quantenhafte Entitäten, die überhaupt nichts mit Elementarteilchen [7:33] zu tun haben, sondern offensichtlich Entitäten von entelechialen Potenzen sind. [7:41] Organisationsgraden. [7:42] Ich habe hier einen kurzen Terminus Aktivität benutzt für diese Quantenzustände. [7:48] Und nun kann man zeigen, dass zu jedem Geschehen in der materiellen Welt, also jedem cis-Geschehen sozusagen, von cis diesseitig, eine komplementäre Transdynamik dieser Aktivitätenströme, die in intellektuell steigen oder [8:07] fallen können, existiert, und dass es auch intellektuelle Muster solcher Aktivitäten gibt, die nun sich komplementär als Ideen in der Materie realisieren können. [8:22] Und wenn man nun dieses Bild anwendet und fragt, was hat es mit den Transkomponenten nicht der toten Materie auf sich, sondern mit den lebenden Strukturen, dann kommt man im Buch zum Ergebnis, dass es psychische Innenräume [8:41] gibt, die im Bereich dieser uns Menschen sinnlich nicht zugänglichen, verborgenen Weltdimensionen liegen. [8:52] Der ganze Innenraum der seelischen Art, der seelische, psychische Innenraum scheint strukturiert zu sein. [8:59] Durch viele Instanzen, Instanzen, die in schwebenden Gleichgewichten stehen. [9:05] Sie sind, wie wir sagen, kooperativ korreliert. [9:08] Das heißt, diese Instanzen, zu jeder Instanz gehört ein Antagonist, und diese ganzen Antagonisten stehen mit ihren Partnern in solchen kooperativen Beziehungen. [9:22] Das heißt, wird die eine Instanz verstärkt, wird die wird ihr Antagonist automatisch mit verstärkt. [9:28] Und so entstehen kooperative Korrelationen und Balancezustände, die wir als Homöostase bezeichnen. [9:35] Ich habe diesen Begriff aus der Psychologie entlehnt. [9:38] Und so wird allerdings die vollständige Homöostase nie erreicht, weil das Ganze sich zeitlich verändert. [9:46] Aber es gibt einen Homöostase-, einen Toleranzbereich dieser Homöostase, innerhalb dessen das Ganze bleiben sollte. [9:54] Gerät nun das Gleichgewicht der Instanzen im Rahmen dieser Transdynamik komplementär zum Organismus. [10:04] Aus dem Gleichgewicht heraus dann entstehen immer Lebensregungen und Strebungen, die versuchen, diese Homöostase wiederherzustellen. [10:14] Und diese Labilitäten erscheinen dann dadurch, dass diese kooperativen Korrelationen der inneren Instanzen umspringen kontraoperative Korrelationen, das heißt, die eine Instanz wächst auf Kosten der anderen und dann entstehen [10:32] diese Labilitäten. [10:35] Die ganze Dynamik selbst wird beherrscht von steigenden und fallenden Aktivitätenströmen und so besteht in diesem Innenraum Wenn er ganz körpernah ist, und den wollen wir jetzt nur betrachten, diesem seelischen Innenraum [10:54] scheint es Kanäle solcher Transdynamik zu geben, und sozusagen an der Pforte des Innenraums liegen Durchstoßbereiche, die uns als Motivationsfelder erscheinen, das sind sozusagen die Fenster in der Türe zum seelischen Innenraum, [11:15] über die Aktivitäten aufsteigen. [11:17] Das heißt, Außeneinflüsse, rezeptorisch aufgenommen, verwandeln sich in Aktivitätenströme, die steigen. [11:25] Und hier schlägt die Quantität des Einflusses um in die Qualität des Erlebnisses. [11:30] Und umgekehrt können durch diese Motivationsfelder nun Aktivitätenströme fallen und können jetzt physiologisch wirken. [11:40] Sie können zum Beispiel Innervation und Muskelkonvulsionen verursachen. [11:44] Heißt, hier schlägt Quantität in Qualität um und umgekehrt. [11:50] Das ist bei fast allen Organismen der Fall. [11:54] Nun, um die Betrachtung nicht zu sehr zu komplizieren, sollten wir zunächst einmal ausloten, welche Struktur im animalen Bereich eigentlich in dieser körpernahen Sichtlinie Jetzt muss ich zu dem Buch Postmortale Zustände [12:13] sagen, ich meine, Sie sehen gleich, dieses Buch, wer es gelesen hat, wird gesehen haben, das Buch ist nicht irgendwie erbaulicher Art. [12:24] Es ist auch kein religiöses Buch, das Trost geben könnte, und es ist erst recht keines der so oft auftauchenden spiritistischen Gruselkabinette. [12:34] Aber in dem Buch wurde die Frage aufgeworfen: Gibt es Zustände der Persönlichkeit post mortem? [12:43] Die Frage konnte positiv beantwortet werden. [12:45] Natürlich kann man jetzt mit diesem ganzen Modell noch viel mehr anfangen. [12:51] Wie gesagt, das wollen wir uns jetzt gerade mal ansehen, wie es im lebendigen Fall ausschaut, mit den ganz körpernahen Strukturen. [12:58] Nun, im animalen Fall Wenn man jetzt die Ergebnisse der Tierpsychologie berücksichtigt, die Verhaltensforschung dieser ganzen Disziplinen mal sich anschaut, dann kann man sehen, dass es hier in diesem Innenraum 4 solche Kanäle [13:18] von einer Aktivitätendynamik geben muss mit 4 Motivationsfeldern. [13:26] In der Schrift wurden diese Kanäle als Telekorsyntroklinen bezeichnet. [13:31] Ich möchte diesen Ausdruck hier nicht verwenden, weil viele, die das Buch gar nicht gelesen haben, nachher nicht mehr wissen, wovon die Rede ist. [13:39] Aber es gibt 4 solche Bereiche. [13:42] Man könnte jetzt sagen, diese 4 Bereiche sind, wenn Sie jetzt mal durchnummerieren, A, B, C, D, ja, zur Veranschaulichung könnte man sagen, der Bereich A umfasst alle Lebensregungen, die irgendwie zu tun haben mit der Selbsterhaltung [14:00] des Lebewesens. [14:02] Der Bereich B, die Regungen, die die Entfaltung des Lebens bedingen, und dann der Bereich C, der nun in der Diagonale dem konservativen Bereich gegenüberliegt, alle Regungen des Kaptativen, die nötig sind, wenn ein animales [14:21] Wesen einen Lebensraum um sich absteckt und gestaltet. [14:25] Und schließlich der Bereich D, der nun dem Bereich B der Entfaltung diagonal gegenüberstünde in der Metapher, würde alles beinhalten, was mit der Sexualität, der Fortpflanzung und dem zum Anderen, zum Altro Gerichteten bedingt. [14:42] Das ist auch zum Beispiel der Bereich der Sozietätenbildung. [14:48] Allerdings ist das Ganze eine Metapher. [14:50] Ich möchte den metaphorischen, gleichnishaften Charakter dieser Dinge betonen. [14:54] Selbstverständlich sind solche Kanäle nicht etwa wie elektrische Leitungen aufzufassen, sie sind auch nicht voneinander getrennt. [15:05] Aber ich habe auch in dem Buch Postmortale Zustände alles in Form von Gleichnissen und Metaphern ausgedrückt, weil man das Unbenennbare und Unanschauliche irgendwie sich klarmachen sollte. [15:20] Ich möchte es betonen, denn es ist da ein ganz Schlauer dahergekommen, es war ein Professor der Soziologie, der mir klargemacht hat, das wäre eine ganz dubiose Vorstellung und das Ganze wäre deswegen unwissenschaftlich. [15:32] Ja, natürlich, ich meine, er hat hier die Metapher und das Gleichnis mit der Realität verwechselt. [15:38] Das darf man natürlich nicht tun. [15:40] Und deswegen möchte ich das gleichnishaft hier noch mal betonen, dass ich das nun nicht wiederholt. [15:47] Gut, und jetzt, wenn man es nun weiter betrachtet, dann kann man eben aus dem animalen Verhalten ablesen, dass es zwei Bögen gibt, nämlich dass diese beiden diagonal gegenüberliegenden oder der Metapher gegenüberliegenden [16:06] Kanäle von Motivationsfeldern, nämlich der Selbsterhaltung und der kaptativen Tendenzen, durch einen Bogen geschlossen sind und die beiden anderen, der Entfaltungstendenz und die zum anderen, zum Du gewendete Tendenz, auch [16:27] durch einen Bogen geschlossen ist, wobei ich diesen Bogen als den Evolutionsbogen bezeichne, weil er auf Lebensprägungen ruht, die evolutorischen Charakter tragen, und den anderen bezeichne ich als Konservationsbogen. [16:45] Beide Bögen werden sich nie decken, sondern ein Bogen wird immer dominieren und sozusagen das Dominanzprofil dieses körpernahen Bereiches des seelischen Innenraumes beherrschen. [17:02] Ob nun ein Konservationsbogen oder ein Evolutionsbogen dieses Profil bestimmt, und zwar durch den entsprechenden entelechialen Abstand, hängt von der somatischen Ausprägung, also dem Körperbau des betreffenden Wesens ab. [17:20] Zum Beispiel wird immer ein Wesen ein stark konservatives Profil in diesem Bereich des Innenraumes haben, wenn es als ein Lebewesen angelegt ist, das lebensunfähige Junge zur Welt bringt. [17:34] Denn dann muss das konservative Element sehr stark werden, weil man sonst diese Jungen einfach nicht durchbringt. [17:41] Das heißt, die ganze Gattung würde sehr schnell aussterben. [17:46] Nun, wie gesagt, diese ganze Struktur mit diesen 4 Motivationsfeldern und ihren Bögen ist nun während des zeitlichen Lebensverlaufes in einem ständigen Wechselspiel des homöostatischen Gleichgewichtes, das gestört wird durch [18:06] dann und wann auftretende Strukturänderungen der Umgebung oder der eigenen Innenstruktur. [18:12] Können hier zum Beispiel kontraoperative Korrelationen auftreten, und sofort werden durch die Störungen des Gleichgewichtes wird wieder ein neues Hineinlenken in den Toleranzbereich der Homöostase angestrebt, weil sonst das [18:27] Leben labil würde. [18:30] Und es werden sich Regungen einstellen und Notwendigkeiten. [18:37] Es werden zunächst einmal Notwendigkeiten sich in Form von Bedürfnissen zeigen, und es werden Strebungen entstehen mit dem Ziel, diese Notwendigkeiten zu erfüllen. [18:50] Diese Strebungen sind nun wieder bestimmt, erstens durch eine Orientierung. [18:56] Die Strebung muss orientiert werden auf ein Strebungsziel, nämlich die Erfüllung der Notwendigkeit hin. [19:03] Und die Strebung selbst ist gegeben durch zwei Bestimmungsstücke. [19:07] Das ist einmal die Tension, das heißt die Spannung der Strebung auf das Ziel, und die Realisationspotenz, das heißt die Fähigkeit zur Verwirklichung. [19:20] Wenn man— und dann kann man beobachten, dass diese Strebungen nach innen und außen gerichtet destruktive Tendenzen tragen und konstruktive Tendenzen, die all dem überlagert sind. [19:34] Beim Tier sieht es insofern recht einfach aus. [19:37] Ich meine, die Tierpsychologie enthält bereits rudimentär alles, was die spätere Humanpsychologie ausmacht, so ungeheuer viel primitiver. [19:46] Beim Tier ist es nun insofern einfach: Das Tier kann die Orientierungen seiner Strebungen nicht frei wählen. [19:57] Alle Orientierungen liegen völlig eindeutig fest. [20:02] Das Tier handelt nicht, das Tier wird gesteuert. [20:08] Aus einem Hintergrund, über ein Instinktgefüge, aus einem Seinshintergrund. [20:14] Das heißt, das Tier kann auch gar nichts falsch machen. [20:18] Wegen der völligen Eindeutigkeit handelt das Tier so, wie es handelt, und es kann nicht anders, und diese Handlung ist richtig. [20:26] Das heißt, da das Tier keine Ausweichmöglichkeit hat, gibt es für das Tier auch nicht den Begriff der Schuld. [20:36] Das Tier ist grundsätzlich unschuldig. [20:41] Und die einen höheren Bereich des Innenraumes ausbildende Leitidee des Lebens ist beim Tier sehr einfach. [20:51] Sie wird vom sexuellen Bereich bestimmt. [20:55] Die Leitidee des Tieres ist, wie ich es immer gerne sage, eine Botschaft. [21:00] Das heißt, die Botschaft ist das genetische Informationsmuster, das den Begriff dieses Tieres, die Idee dieses Tieres realisiert. [21:11] Und hier läuft die Leitidee darauf hinaus, diese Botschaft, dieses Informationsmuster so stark als möglich im gegebenen Biotop zu verbreiten. [21:20] Das heißt, die Leitidee ist sehr einfach: durch die Fortpflanzung bestimmt. [21:27] Diese Verhältnisse liegen beim Tier vor. [21:30] Wenn wir uns nun den Menschen betrachten, dann sieht das Ganze wesentlich differenzierter aus, denn beim Menschen wird eins vorherrschend, nämlich die mentale Struktur, die bei manchen Tieren ganz fehlt, bei vielen rudimentär [21:49] angedeutet ist, aber beim Menschen überwiegt sie alles. [21:53] Daher werden auch diese Bewusstseinskanäle sich vervielfachen. [21:57] Ich kam zu dem Ergebnis, dass sich jeder dieser Motivationskomplexe, dieser Motivationsfelder vierteilt, und zwar die ursprünglichen Triebe der Erhaltung, der Entfaltung, des Kaptativen, des der Fortpflanzung. [22:20] Diese ursprünglichen Triebe sublimieren in ganz subtiler Form in einen Innenbereich, sie wirken introvertiert, nach innen gerichtet und sublimieren. [22:33] So wird zum Beispiel aus dem Selbsterhaltungstrieb nichts anderes als die Tendenz, die eigene Identität zu wahren. [22:44] Aus dem Entfaltungskomplex B wird introvertiert die Tendenz, sich mental zu entfalten. [22:54] Ich glaube, ich bin da nicht so ganz kompetent, aber ich habe mal gehört, dass die Theologen so etwas den Gottestrieb nennen. [23:02] Die kaptativen Triebe, sie werden zu einer Tendenz, einer nach innen gerichteten Tendenz, viel zu erfahren, kontemplativ viel aufzunehmen, sich in zu entwickeln, während der Sexualbereich sublimiert zu etwas völlig anderem, [23:22] nämlich introvertiert zu dem Trieb zur Nähe fremden Lebens, zur Bildung von Sozietäten, von Gemeinschaften. [23:32] Hier finden Sie eigentlich nachher, Sie viel, was menschliche Gemeinschaften überhaupt möglich macht, während die 3 anderen Komponenten eines jeden dieser 4 ursprünglich animalen Motivationsfelder nun 3 nach extravertierte [23:51] Strukturen liefert, wie zum Beispiel die Absicherung, die materielle Absicherung des Daseins oder die Gestaltung der Umgebung oder das Besitzergreifen im Fall dieses adaptativen Elementes, oder eben die Ausbreitung der Gattung [24:08] Mensch durch Fortpflanzungsvorgänge. [24:12] Und auch hier kann man solche Bögen erkennen, einen großen Konservations- und einen Evolutionsbogen. [24:20] Allerdings gibt es beim Menschen und auch beim Tier viel mehr solcher Bögen. [24:25] In meiner Schrift wurden sie als Äquitäten architektonische Steuersyntroxiden bezeichnet. [24:31] Aber das wollen wir nicht komplizieren, wir wollen diese vielfältigen anderen Strukturen jetzt nicht betrachten, das würde zu weit führen. [24:41] Und nun gerade durch das Wirken des mentalen Bereiches wird die Psychologie des Menschen, jedenfalls in diesem körpernahen Bereich des seelischen Innenraumes, ziemlich vielfältig. [24:53] Gibt insgesamt 16 Motivationsfelder, dann ist die unmittelbare Folge der Mentalstruktur des Menschen die Tatsache, dass einmal die Homöostase nie vollständig erreicht wird, die muss aber immer im Toleranzbereich bleiben. [25:13] Die Strebungen treten genauso auf wie im animalen Bereich, auch hier ergeben sich durch Strukturänderungen des Soma, der Peristase, aber auch jetzt beim Menschen durch mentale, völlig immaterielle, qualitative Prozesse ergeben [25:30] sich jetzt natürlich eine ganze Reihe von Notwendigkeiten, denn alle Augenblicke können irgendwelche Antagonismen aus der ko- in die kontraoperative Korrelation geraten. [25:45] Es entstehen die vielfältigsten auch mentalen Strebungen und Notwendigkeiten, aber, und das ist Folge des Mentalen, die Möglichkeiten der Orientierung von Strebungen sind vieldeutig. [26:00] Auch braucht keineswegs die Tension und die Realisationskraft der Strebung wie beim Tier ausgeglichen zu sein. [26:07] Hier kann es zu großen Missverhältnissen kommen, was wieder erneute erneute Labilitäten verursachen kann. [26:17] Und beim Menschen sind im Gegensatz zum Tier die destruktiven Elemente keineswegs nur nach außen gerichtet, und auch die konstruktiven Elemente der Strebungen sind keineswegs nur nach innen gerichtet, sondern in der menschlichen [26:32] Struktur kann das destruktive und konstruktive Element von Strebungen zu sowohl nach außen als auch nach innen gerichtet sein. [26:41] Und wie gesagt, das ist das Entscheidende: Die Orientierungen der Strebungen sind vieldeutig. [26:47] Ein Mensch hat sehr viele Möglichkeiten, sich zu entscheiden. [26:51] Das heißt, im Gegensatz zum Tier kann der Mensch schuldig werden. [26:59] Sie denken sich zum Beispiel eine Verkehrsampel. [27:01] Ein Hund läuft einfach über. [27:03] Weil er so rüberlaufen muss, er kann nicht anders, und wenn er einen Unfall verursacht. [27:09] Der Mensch kann aber anders, er hätte anders rübergehen können, weil er nur die Strebungsorientierung anders einzurichten braucht. [27:16] Das heißt, er kann schuldig werden, wenn was passiert. [27:21] Und da nun beim Menschen die Schuld in die Welt kommt, gibt es gerade durch die Vieldeutigkeit der Orientierungsmöglichkeiten menschlicher Strebungen im mentalen Bereich einen Indikator, der ein ganz eingeborenes, ganz sicheres, [27:45] ganz gewisses Wissen ist, wann Orientierungen zu einem destruktiv schuldhaften Verhalten führen können. [27:55] Man kann schuldig werden gegenüber seinen Mitmenschen, seinen Sozietäten, in denen man lebt, oder vielleicht gegen die eigene Leitidee, das Leitbild seines Daseins. [28:07] Man nennt dieses eingeborene, ganz sichere Wissen ein humanes Gewissen, das als Indikator immer funktioniert, wenn es nicht verbogen wird. [28:23] Und die Leitidee, die beim Tier völlig eindeutig aus dem Sexualbereich stammt, nämlich aufgrund der Molekulargenetik, ist beim Menschen sublimiert und ebenfalls vieldeutig. [28:38] Niemals ist die Leitidee menschlichen Lebens die bloße Ausbreitung des genetischen Informationsmusters. [28:46] Die Leitideen sind mentaler Art und können sehr vielfältig sein und äußern sich in Leitbildern, ein Mensch richtet sein Leben auf die Leitidee ein. [29:00] Sie können Beispiel— nun ist es natürlich so, dass diese Leitidee einem nicht einfach von der Natur auf den Tisch gelegt wird. [29:06] Es passiert nie, dass zum Beispiel während der Pubertät plötzlich vom Herrgott ein Briefchen ankommt, sagt: Du Freund, deine Leitidee liegt da. [29:14] Nein, die muss man selbst suchen, und oftmals findet man sie nicht. [29:18] Aber Sie können es an Jugendlichen beobachten, die so gerade aus der Pubertät kommen. [29:24] Ich höre dann immer wieder, dass die Eltern sagen: Ach, ich habe so viel Ärger mit meinem Kind, das fängt ja an zu lügen. [29:30] Bitte, wenn Ihre Kinder Ihnen Geschichten erzählen, was sie alles erlebt haben wollen, was sie alles sein wollen, sagen Sie nicht, die Kinder lügen. [29:40] Nein, die spielen Rollen durch. [29:42] Sie müssen Rollen spielen, damit sie sehen, wo ihre Leitidee liegt. [29:47] Denn nur durch das Durchspielen— man fühlt sich als der, man fühlt sich als Filmdiva, man fühlt sich als jener, nicht wahr? [29:52] Das wird durchgespielt. [29:54] Man erzählt davon, das sind keine Lügen. [29:57] Und das ist das Aussuchen von Leitideen. [29:59] Irgendwo findet das Kind dann die Leitidee, und dann werden Sie beobachten, ist diese Phase vorbei, auf einmal erzählt er Ihnen keine seltsamen Geschichten mehr. [30:08] Bitte denken Sie daran, dass das eine Notwendigkeit ist. [30:13] So was müssen Kinder durchspielen. [30:15] Nun, wenn sich aber— sollte diese Metapher des körpernahen seelischen Lebensraumes des Menschen richtig sein— ich möchte ja immer mich im Konjunktiv ausdrücken, weil ich ja nie weiß, man kann sich auch ganz schön irren— aber [30:30] sollte das richtig sein, dann können Sie sofort gerade in der menschlichen psychosomatischen Struktur eine gefährliche Schwachstelle erkennen. [30:43] Denn offensichtlich ist durch die mentale Natur des Menschen Der Mensch als Vernunftwesen, ein reines Evolutionswesen, das heißt, der Evolutionsbogen müsste das menschliche Dominanzprofil völlig beherrschen. [31:02] Aber ausgerechnet dieses Evolutionswesen an sich wurde angelegt als warmblütiger plazentaler Säuger, der keine lebensfähigen Jungen aus eigener Kraft in die Welt setzen kann. [31:20] Das heißt, von Ursprung an musste der Mensch eigentlich entgegen seiner Eigentümlichkeit, das Evolutionswesen zu verwirklichen, ein Konservationswesen sein. [31:30] Sonst hätte sich die Gattung Mensch überhaupt nicht erst entwickeln können, weil nämlich die Säuglinge sofort gestorben wären. [31:37] Erst wenn durch das Folgen mentaler Strukturen, das Folgen dieser Abstraktionsfähigkeit soziale Verhältnisse in den menschlichen Gemeinschaften geschaffen werden, wie es heute der Fall ist, dass jedem Menschen das Leben garantiert [31:55] ist, also auch jeder Säugling durchgebracht werden kann. [31:59] Erst jetzt kann der Evolutionsbogen dominieren. [32:03] Und in der Ontogenese, also in der Entwicklung eines jeden Einzelnen, wird jetzt eine kritische Phase mitgemacht, Irgendwann kommt der Augenblick, wo dieser Bogen den anderen überspielen muss, sehen Sie, und hier kann es [32:19] zu Deformationen kommen. [32:21] Es kann sein, dass das nicht gelingt. [32:26] Das, was dann passiert, ist das starke Reduzieren der introvertierten Motivationen, der Introversion, das heißt dieser Entfaltungstrieb, den die Theologen den Gottestrieb nennen, kann stark herabgesetzt werden zugunsten jetzt [32:47] kontraoperativ korrelierter Außenbereiche. [32:51] Er kann umschlagen in Gelüste zur Machtausübung, die stark werden zur Gestaltung der Umgebungen. [33:00] So kann es auch sein, dass die kaptativen Triebe ins rein Äußerliche geraten und dass der Trieb zur Nähe fremden Lebens buchstäblich abstirbt, sich in sein Gegenteil verwandelt, zum Trieb zur Vernichtung fremden Lebens. [33:21] Und so entstehen nun eigentlich etwas, ich nenne es immer, pervertierte Persönlichkeiten, die eigentlich Karikaturen menschlichen Seins darstellen. [33:38] Sehen Sie, unser Kongress steht unter dem Thema die geheimen Mächte. [33:44] Es gibt verborgene Mächte, die wir noch nicht kennen, der Natur, es gibt geheimnisvolle Mächte, aber die Geheime Mächte habe ich persönlich in meinem Leben eigentlich nur als Mächte des Bösen an sich erfahren, unter denen [34:04] ich viel gelitten habe. [34:08] Und so war für mich die Frage: Diese geheimen Mächte werden wahrscheinlich gerade von diesen eigentlich nicht voll entwickelten Persönlichkeiten ausgeübt werden. [34:29] Denn wenn diese ganzen introvertierten Strukturen der Kontemplation, der Selbsterfaltung und so weiter degenerieren, bleibt ja nur das Streben nach Macht und Besitz. [34:45] Aber das sind Strebungen, die nur Mittel zum Zweck sein können. [34:51] Wenn sie selbst Zweck werden, sind es inhaltslose Kategorien. [34:57] Die Menschheit hat im Verlauf ihrer Geistesgeschichte sehr viele Ideale hervorgebracht, und Sie werden sehen, fast an jedem Ideal rankt sich irgendeine autoritäre Hierarchie. [35:12] Auf, und jede dieser Hierarchien ist wahrscheinlich darauf bedacht, auszubeuten und zu expandieren. [35:22] Hier sehe ich die eigentlichen geheimen Mächte des Bösen. [35:28] Also, ich habe eben die Zeit durchbekommen, entschuldigen Sie bitte die Unterbrechung. [35:34] Nun, Ja, jetzt, da nun aber diese autoritären Hierarchien bedacht sind zu expandieren, müssen sie versuchen, jeden anderen Menschen in ihren Bann zu bekommen. [35:52] Das heißt, man muss versuchen, seine Mitmenschen dazu zu motivieren, dazu zu bewegen, etwas zu tun, was sie von Natur aus niemals tun würden, Möglichst aber ohne Zwang, sodass sie hinterher sich einbilden, es wäre die größte [36:08] Erfüllung ihres Daseins, gerade diesen Unfug getan zu haben. [36:11] Sehen Sie, das ist das ganze Kunststück der Politik, das es überhaupt gibt. [36:15] Die Frage ist nur, wie macht man das? [36:17] Wie greift man hier an? [36:19] Ich könnte Ihnen jetzt ein Kolleg des Satans halten, wie man nämlich seine Mitmenschen verbiegt. [36:26] Ich will es nur kurz anklingen lassen. [36:29] Denn, meine Damen und Herren, wenn Sie wissen, wie es gemacht wird, können Sie sich auch wehren. [36:35] Zunächst einmal, wenn man jetzt das große Ziel solcher autoritären— autoritär meine ich, das verstehe ich, angemaster Autorität, die in Wahrheit gar nicht da ist— das große Ziel dieser autoritären Hierarchien muss es sein, [36:52] die Leitidee dem Menschen zu nehmen, und durch die Idee der Hierarchie zu ersetzen. [36:59] Und sie muss darauf bedacht sein, das humane Gewissen der Menschen zu vernichten und auszubauen und durch das Gewissen der Hierarchie zu ersetzen. [37:12] Burkhard, ich merke, du wirst heiser. [37:13] Willst du was trinken? [37:15] Bitte? [37:15] Wolltest du was trinken? [37:18] Ach, vielen Dank, das brauche ich nicht. [37:19] Besten Dank, aber Und sehen Sie, und um diese Manipulation vorzunehmen, die Leitidee zu verbiegen und das humane Gewissen in das autoritäre Gewissen der Hierarchie zu verwandeln, braucht man Konditionierungen. [37:43] Und diese Konditionierungen müssen in dieser Pforte oder den Fenstern in der Pforte zum seelischen Innenraum ansetzen. [37:53] Da muss die Konditionierung sofort mit der Geburt eines Kindes beginnen. [37:58] Das Erste, was man unbedingt machen muss: Man muss versuchen, alle kooperativen Korrelationen in kontraoperative zu verwandeln, und das geht dann besonders gut, wenn man von vornherein dafür sorgt, dass der Säugling nach [38:14] der Entbindung keinerlei Hautkontakt zu seiner Mutter bekommt. [38:18] Man kann den jungen Müttern alles Mögliche vorlügen, in den Kliniken geht das sehr schön, wenn man etwas versiert ist, dass eben der Hautkontakt aus hygienischen Gründen und so weiter— ach Gott, es gibt da so viel, was man [38:29] sich einfallen lassen kann. [38:30] Man kann zum Beispiel auch die Muttermilch abpumpen und kann sie mit irgendwelchen anderen Dingen ersetzen, sodass auch die Kinder nicht gestillt werden, dass von vornherein eine solche Isolation da ist. [38:43] Das kann man manipulieren, das geht eigentlich recht bequem und dann muss man darauf achten, dass die Entwicklung des Kindes so verläuft, dass zunächst mal die introvertierten evolutorischen Tendenzen, nämlich der Trieb zur [39:03] selbstgeistigen Entfaltung, also dieser Gottestrieb, und der Trieb zur Nähe fremden Lebens besonders stark abgewürgt wird zugunsten der extravertierten Triebe. [39:16] Man muss dann allerdings, weil hier gerade im Sexualbereich eine ganz große Gefahr besteht, dass da nämlich destruktive, nach innen und außen gerichtete Tendenzen umgemünzt werden durch von der Fortpflanzungsnorm abweichende [39:33] Orientierungen, dass die dann umgemünzt werden in konstruktives Verhalten. [39:36] Das ist natürlich eine tödliche Gefahr. [39:39] Für diese Art Konditionierung. [39:41] So müssen also diese Triebe zunächst mal abgewürgt werden und man muss eine zweigleisige Erziehung von Jungen und Mädchen anstreben. [39:50] Zum Beispiel ist es sehr zweckmäßig, bei den Jungen einmal diese kontemplativen Triebe immer als etwas Lächerliches hinzustellen, aber besonderes Sozialprestige dem Starken zu geben, also Macht auszuüben, am besten mit den [40:05] Fäusten, nicht wahr, oder die Umgebung dauernd umzugestalten. [40:09] Wenn das Spaß macht, vergisst er alles andere. [40:12] Und gerade diese sexuelle Komponente, die muss ganz stark abgebogen werden. [40:19] Aber da tritt eine Schwierigkeit auf: Die Hierarchie braucht ja auch Nachwuchs. [40:23] Man muss das nun so machen, dass man eigentlich die introvertierte Form überhaupt nicht zur Kenntnis nimmt und einzig und allein die Fortpflanzungsnorm setzt. [40:36] Das geht bei den Mädchen sehr gut, Bei den Jungs kommt es nicht so drauf an, da kommt es nur darauf an, dass die Machttendenzen sich verkoppeln mit den Tendenzen der Nähe fremden Lebens, die dann umschlagen in eine Lebensfeindlichkeit, [40:52] in die Tendenz zur Vernichtung fremden Lebens. [40:54] Wenn das passiert, sieht es um die Hierarchie schon mal sehr gut aus. [40:59] Dieser Prozess muss aber schon in den ersten Lebensjahren gelaufen sein. [41:05] Anschließend muss die Zerstörung des introvertierten Triebes zur Wahrung der eigenen Identität. [41:16] Man muss dahinarbeiten, dass der Betreffende die Identität aufgibt und sich identisch macht mit der Hierarchie. [41:26] Also es hat sich da sehr bewährt, so was in Form von einer Staatsjugend zu machen. [41:31] Man bekommt es dann eigentlich ganz gut so weit, dass die sich alles aufgeben. [41:36] Die keinerlei Selbstgehaltung mehr haben, wenn es die hohe Hierarchie fordert, und im Übrigen sind sie mit all dem identisch. [41:42] Und man kann dann aber als Gegengewicht dafür sorgen, dass die nun ihre Existenz absichern. [41:47] Also wenn zum Beispiel ein 16-Jähriger bereits an die Alterspension denkt, dann sieht es sehr gut aus, in Anführungsstrichen. [41:56] Und zum Schluss muss auch die Lernfähigkeit blockiert werden. [42:03] Das muss eigentlich so mit dem 12., 13., 14. [42:06] Lebensjahr passieren, dass der nicht mehr lernfähig ist, denn sonst lernt er nachher zu viel und durchschaut diese Dinge. [42:14] Andererseits setzt die Zerstörung der Lernfähigkeit die notwendige Voraussetzung, später das Gewissen auszubauen. [42:21] Aber man kann die abgebaute Lernfähigkeit dann ersetzen, eben durch diese Tendenz, stattdessen eben Güter aufzuhäufen. [42:33] Das läuft dann darauf hinaus, dass man nur wissen muss, wann 2 mal 2 gleich 5 und wann 2 mal 2 gleich 3 sein muss. [42:39] Aber wenn man das nun erreicht hat, dann kann man anfangen, nach dieser Konditionierung das humane Gewissen auszubauen, das zum Teil schon paralysiert worden ist. [42:57] Und man hat auch die Möglichkeit, jetzt sehr aggressiv zu arbeiten, weil die destruktiven Elemente ja sehr stark in den Vordergrund treten. [43:08] Aber es wird, wie gesagt, unmöglich und geht tödlich aus für die Hierarchie, wenn so etwas nicht geht. [43:17] Also wenn jetzt zum Beispiel gerade der Trieb zur Nähe fremden Lebens sich wirklich auslastet und der Betreffende löscht ihn nicht aus und fängt an, ein Doppelleben zu führen, dann werden alle anderen introvertierten Strukturen [43:30] auch stark ansteigen, wegen der kontraoperativen Korrelation natürlich zu Lasten der gepflegten, von der Norm gepflegten Außenbereiche, und man wird ihn schwer erkennen. [43:44] Und auch der Gottestrieb wird sehr stark werden, der Trieb zur Identitätswahrung wird sehr stark werden. [43:49] Kurz, der Betreffende ist für die Manipulation verloren. [43:53] Nun, da hat sich nun in der Praxis eins sehr bewährt: Man muss sehen, dass man die Leute erkennt, und dann sperrt man sie ein. [44:01] Man hatte da zum Beispiel Konzentrationslager gebaut und so weiter. [44:05] Das kann man alles machen, das ist auch gemacht worden, und vor allem kann man natürlich, weil es immer eine Minderheit ist, die Minderheit ausklammern und kann jetzt den Hass der Masse, der Braven, kann man jetzt auf diese [44:18] Minderheit richten und kann die ganze Destruktion auf diese Minderheit konzentrieren und kann sie auslöschen. [44:25] Und die Masse bleibt heiß, die wird solidarisiert und wird heiß bleiben. [44:29] Und dann kann man natürlich alle möglichen Abenteuer politischer Art mit der Masse anfangen, insbesondere wenn es gelingt, das Gewissen auszubauen. [44:38] Und zwar, das geht ziemlich einfach: Man zerstört dieses humane Gewissen, der Indikator ist weg. [44:45] Stattdessen wird ein Raster aus Matrizen eingebaut.