Kassette 32a - Heim Lebenslauf und Streit (1979-05-19) KI-Transkription (AssemblyAI), automatische Sprechertrennung, ungeprüft. Sprecher A/B/… noch nicht namentlich zugeordnet. — Auflösung: pro Sprecher-Turn — [0:02] Sprecher A: Es war eben die Gravitationstheorie. Das war der damalige Grundgedanke. Und dann kam Einstein 1949 mit der einheitlichen Feldtheorie raus. Mit der ich mich aber sofort noch gar nicht befasst hatte. Ich habe erstmal versucht, 1949, ich hatte ja auch im Januar 1949 mit dem Physikstudium angefangen. Mit theoretischer Physik. Ich habe dann erstmal versucht, mir möglichst viel Wissen anzueignen. Das war 1949/50. Dann 1951 begann ich mit der allgemeinen Relativitätstheorie und habe dann im Winter '51 bis '52 die einheitliche nichtthermetische Feldtheorie studiert, habe aber gesehen, dass man damit nicht sehr weit kommen wird, habe aber den Formalismus als Anregung aufgefasst. [0:51] Sprecher B: Wussten Sie schon, warum man damit nicht weit kommen wird? [0:54] Sprecher A: Mir schien die Lösungsmannigfaltigkeit zu eingeschränkt zu sein. Und vor allem schien es mir auch die Die ganze Sache schien mir ein bisschen gewalttätig zu sein. Der Gedanke an sich war genial, bloß— Ich muss da an die 3 Groschen Opa denken, die Verhältnisse sind nun mal nicht so. [1:16] Sprecher B: Aha, also das erfordert ja aber doch ein bisschen Umarbeiten dann, weil ich ja jetzt sagen wollte, dass Sie die lichtermetrische Nein, ich wurde dadurch angeregt, denn ich sah, im Grunde genommen kann man eigentlich einen Fundamentaltensor gar nicht universeller schreiben. [1:37] Sprecher A: Wie nun, wenn zwar der Formalismus stimmt, wenn er auf diese Weise aber das phänomenologische Glied gar nicht rausbringen kann? [1:51] Sprecher B: Und hatten Sie damals dann, bevor Sie diese einheitliche Theorie Einsteins kannten, hatten Sie da schon festgestellt, was der Feldstärketensor der Gravitation ist? Oder hatten Sie da schon diesen einheitlichen Feldstärketensor der Gravitation? [2:08] Sprecher A: Ja, das hatte ich damals schon. Den kannte ich schon seit 1950. Das war damals mir schon bekannt. Deswegen konnte ich 1952 auch zum ersten Mal über eine Gravitationstheorie öffentlich reden. [2:24] Sprecher B: Die aber dann überhaupt nicht geometrisiert zu sein brauchte. [2:28] Sprecher A: Die war nicht geometrisiert, das war eine phänomenologische Größe. Es wurde nämlich die Frage von mir aufgeworfen: Wie sieht ein Gravitationsfeld aus, das sich zeitlich verändert? Aus irgendwelchen Gründen. Ich meine, nehmen wir mal an, irgendwas verändert sich. Wie muss ich das beschreiben? Das war mir bekannt. Ich sah auch die gruppentheoretische Struktur. Ich sah andererseits das elektromagnetische Relativitätsprinzip. Das hatte ich damals 1950 schon gemacht. Da habe ich sogar noch Aufzeichnungen aus der Zeit. [3:05] Sprecher B: Aha, dann müsste ich das ein bisschen umstellen. Dann könnte man so machen, dass man darauf eingeht, dass Sie vor 30 Jahren schon angefangen hatten, über das Hintergrundphänomen, nämlich Gravitation, nachzudenken. [3:18] Sprecher A: Gravitation nachzudenken, ja. Und auch einen Formalismus zu schaffen. Wobei man bemerken muss, dass ich mit dem Physikstudium erst 1949 angefangen habe. Vorher habe ich ein paar Semester Chemie studiert, aber aus körperlichen Schicksalsbedingungen konnte ich das nicht weitermachen. Auch nicht so stark. [3:41] Sprecher B: Ah ja, also vielleicht mache ich das mal ganz, das stelle ich nochmal ganz um. Also 1949 Gravitationstheorie, 1950 Ansatz, 1950 aber schon eigentlicher Feldstärketensor. 1951. [3:56] Sprecher A: Und zwar das war damals die Vorpost, einen einheitlichen elektromagnetisch-gravitativen Feldtensor zu finden. Und das war erst nach mehreren Wann war das dann gelöst? Das war eigentlich Ende '51 gelöst. Dann trat natürlich jetzt die Schwierigkeit auf damals, wenn ich einen solchen einheitlichen Tensor habe, ich konnte ihn ja nur schaffen, weil die Transformationsgruppen in ihren Matrizen provozieren. Also im Übergang muss eine einheitliche Gruppe existieren, die dann übrigens auch eine Lorenzgruppe ist, und deswegen ist die Synthese zum einheitlichen Tensor möglich und zum einheitlichen Energiedichtetensor. Wenn das aber der Fall ist, dann muss ich auch die Bezugsräume synthetisieren. Die gingen ja dann darauf ein, das datierte schon aus dem Jahr 51/52. 1952 erhalten. [5:00] Sprecher B: Vielleicht sollte man da ruhig mal drauf hinweisen, wenn wir überhaupt schon hier über die Zeit sprechen, damit die auch wissen, wie lange das schon hier ist und dass sie nichts sagen. [5:08] Sprecher A: Das kann ja doch mal Schmierzettel sein. Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja. Also noch mal, ich schreibe: Studium 1946 angefangen, im Herbst, Wintersemester 1946 bis Wintersemester 48/49 Chemie, also anorganische und organische Biochemie. [5:31] Sprecher B: Chemie, ja. [5:32] Sprecher A: Aber aus schicksalsbedingten Gründen 1949 im Januar abgebrochen, umgestiegen auf theoretische Physik. Im Januar, also ich habe im Januar '49 mit theoretischer Physik angefangen. Dann ganz systematischer Studienplan, Ich wollte sozusagen in die Natur eindringen, von außen nach innen. Ich hatte so das Schema, erst Mechanik, dann Thermodynamik und so weiter. [6:02] Sprecher B: Aber nebenher haben Sie dann schon mal vor, Philosophie zu studieren? [6:07] Sprecher A: Ich wollte ja nicht studieren, um einen Job zu kriegen, sondern ich wollte studieren, um viel zu wissen über die Natur. Und habe dann Habe ich versucht. 1949, als ich aus der Chemie ausstieg, hatte ich, ich meine, nach außen redete ich dieses grundschicksalsbedingt. In Wahrheit war es eine gewisse Unzufriedenheit, denn ich sah, ich kann hier, das ist so eingeschränkt, ich kann hier gar nicht genug über die Natur erfahren. Denn ich würde niemals mich mit der Synthese oder mit einer Erfindung zufriedengeben aus der Chemie, Sondern ich wollte immer fragen, wie kommen die Bindungen zustande? Was steht dahinter? Für mich war die Chemie ein zu eingeschränktes Gebiet. Sagen wir mal, für jemanden, für mehrere Nummern zu klein. [6:55] Sprecher B: Allerdings, ja. [6:57] Sprecher A: Und deswegen, das war ein wesentliches Motiv, weshalb ich umstieg '49 auf die theoretische Physik. Und ich sagte mir, ich vornehme es darauf, muss sein, so viel von dieser Welt als möglich in einem einheitlichen Zusammenhang zu sehen. Es muss eine solche Einheit da sein, weil die gesamte Natur den Charakter einer Einheit aufweist, die mir entgegenkommt. Das eine bedingt ja das andere. Nun war mir auch damals '49 klar, ich muss mein Studium so anlegen, dass ich auf eine einheitliche Beschreibung der Letzteinheiten ziele. Denn eine einheitliche Theorie der Welt kann nur eine einheitliche Theorie ihrer materiellen Letzteinheiten haben. Und das scheint zu sein, deswegen diese Struktur des Studiums, von außen nach innen zu gehen. Wie gesagt, theoretische Mechanik, dann vielpunktweise Mechanik, Thermodynamik, dann die Elastizitätstheorie, dann die Thermodynamik realer Flüssigkeiten und Gase, dann die Akustik durch die Wechselströme, dann das Überspringen zur Elektrodynamik, Relativitätstheorie. [8:19] Sprecher B: Ja, also das Ganze praktisch mit durch. [8:22] Sprecher A: Das war der Sinn dieses Studiums, eben sich das rüstet anzueignen, um an diese Letzteinheiten der materiellen Welt heranzukommen. Und die Idee, ich muss versuchen, das zunächst einmal, das allgemeine Hintergrundsphänomen des gesamten materiellen Geschehens abzugreifen, nämlich die Gravitation, das kam damals im März '49. Und dann habe ich mein Studium weitgehend, die Schwerpunkte auf die Gebiete gelegt, die ich hier brauche. Und kam dann eben zu einem Verständnis des Gravitationsfeldes, der Empirie. Dann taucht natürlich die Frage auf, hier werden ja nur statische Felder beschrieben. Wie sieht denn eine zeitliche Änderung aus? Man kommt zu Ausbreitungsgesetzen von Potenzialstörungen. Man betreibt Man sagt, fragt sich dann, ich weiß, dass Lichtstrahlen Feldmasse haben. Ich weiß, sie werden abgelenkt von einem Gravitationsfeld. Also muss ich annehmen, dass es irgendwelche Wechselbeziehungen zwischen diesen elektromagnetischen Feldern und Gravitation gibt. Hintergrund zu der Gravitation gibt. Und so kam man dann in den Jahren, das war ein ziemlich schwieriger Weg über gruppentheoretische Untersuchungen, in den Jahren bis zu 1951/52 eben zu einer solchen Synthesemöglichkeit aus gruppentheoretischen Gründen. Und nun ergab sich aber, wenn man diesen einheitlichen Feldtensor kennt, und in seiner Iteration den einheitlichen Energiedichtetensor. Dann ergibt sich nun die Frage: Hier sind Feld und Feldquelle miteinander verflochten. Ich muss aber auch die Bezugsräume— ich kann nicht nur die Gruppen und Tensoren zu dieser einheitlichen Beschreibung synthetisieren, sondern jetzt ergab sich die Notwendigkeit, auch eine Synthese des Bezugs auf der Raumzeit selbst durchzuführen. Und da zeigt sich nun, dass der Bau dieser Raumzeit eine nicht-euklidische, aber auch nicht-trivansche Geometrie sein muss. Es muss eine nicht-hermetische Geometrie sein, wobei die nicht-hermetischen Tensorkomponenten eben Strukturen definieren, Mir war aber auch klar, im Fall einer Riemannschen Approximation und Streichung der Gravitationskomponenten aus dem phänomenologischen Tensor muss sich die hermetische Form der einsteinschen Geometrie der einsteinschen Feldgleichungen ergeben, denn die treffen auf jeden Fall einen Teil der Wirklichkeit. Wenn auch nur einen Teil. Wie überhaupt für mich das Prinzip des Anschlusses weiterführender theoretischer Gedanken an das bereits Bekannte und Abgesicherte immer wieder gegeben war. Und deswegen war ich so ein bisschen erschüttert, als wir zum ersten Mal mit Professor Dürr zusammenkamen, dass der mir so einfach unterjubelte, ich hätte da gar keine Rücksicht drauf genommen. Da beschäftigen wir uns Jahrzehnte mit der Quantentheorie, und dann kommt einer her und sagt, das ist alles falsch. Da habe ich ihm gesagt, das habe ich nicht gesagt. Im Gegenteil, das, was wirklich sauber ist in der Quantentheorie, ist die Quantenelektrodynamik. Alles andere, und die Quantenmechanik, alles andere Spekulation. Quantenelektrodynamik ist aber sauber. Und ich stehe auf dem Standpunkt, dass eine weiterführende Theorie unter allen Umständen dieses Gebiet implizieren muss. Sonst sehen wir uns einfach falsch. [12:26] Sprecher B: Ja, das war also 1951. Jetzt war jetzt nur gerade Chronologie. [12:30] Sprecher A: Ja, das ist leider dann mit diesem— ja, '51 und '52. '52 habe ich dann einmal, fand ich heraus, wenn ich die Synthese durchführe des Bezugsraumes, dann kann der wahre, die wahre Raumzeit nur eine nicht-thermitische Geometrie sein. Zugleich, jetzt kam ich dann natürlich einen Schritt weiter, das wird das mathematische Verständnis aus. Dann fand ich aber die Veröffentlichung der einheitlichen Feldtheorie von Einstein. Und da bot er einen Formalismus an, genau den Formalismus, den ich brauchte. Und nun konnte ich hier eben mit der Infinitesimalrechnung, konnte ich hier eben einen solchen Trigintensor Schreiben und so weiter, konnte nun diesen ganzen Formalismus, der im ersten Kapitel steht, den konnte ich hier entwickeln. Das war ja '52, war so ziemlich fertig. Da habe ich auch Versuche gemacht, das Ganze sich dann damals '52 kamen auch diese eigenartigen Dinge raus, dass man da zum Beispiel die Raumzeit nicht infinitesimal beliebig klein machen darf. Das ist auch schon datiert auf diese Zeit. [13:47] Sprecher B: Ja, aber noch nicht die Ansätze zur Selektentheorie. [13:50] Sprecher A: Nein, nein. Das musste vor allem diese ganzen Aufzeichnungen— ich studierte ja dort. Ich hatte das nebenher gemacht und das sammelte sich an in der Form von lauter fliegenden Blättern. Zettelchen, da stand dann irgendwas drauf. Da steht übrigens was drauf. Okay, nicht Datum. Neues Zettelchen, ja. Und damals, 1952, hatte ich das alles zu einem Vortrag zusammengebastelt im Hinblick auf Astronautik. Weil ich mir sagte, in dem Augenblick, wo ich die Wechselbeziehung kenne, muss es auch möglich sein, Gravitationswellen zu induzieren. Und wenn das möglich ist, das bedeutet ja direkte Induktion von Schubkräften. Und dann ging das so weiter. Ich hatte auch durch das Studium wenig Zeit. Ich habe das in '53 weitergemacht, '54 machte ich das Examen, kam dann, das Diplomexamen, kam dann aber zum MPI für Astrophysik, arbeitete dort 2 Jahre mit und kam dann auch nicht so richtig weiter. Andererseits sagte ich mir aber, diese phänomenologischen Gleichungen, mit Strukturgleichungen kann ich praktisch nicht viel anfangen, weil wir in der Physik eben tatsächlich immer nur mit phänomenologischen Größen arbeiten. Aber ich sagte mir damals, weil ich immer wieder diese eigenartigen Korrelationen, diese sogenannten Mesofeldgleichungen mir immer wieder vergegenwärtigte, und ich operiere dann auch rum. Ich kam dann drauf, es muss eigentlich einen phänomenologischen Weg geben, wie man die Entstehung von Gravitationswellen messtechnisch erfassen kann, vorausgesetzt, dass sie wirklich entstehen. Und mir war aber eins klar: Durch die Bewegung schwerer Massen geht es unter gar keinen Umständen. Weil da nämlich eine bestimmte Orthogonalitätsbedingung nicht durchbrochen werden kann. Das steht nämlich überall im Ausdruck nachher gleich Kosinus. Da steht nachher als Proportionalitätsfaktor dieser Kosinus aus 2 Gründen. Ein Winkel und 2 Vektoren, die aber immer quadrable Masse dadurch definieren, dass sie normal verlaufen. Das ist dann immer gleich 0 und 0,0. Aber ich sagte mir, es gibt eine Form der Energie, die dem sich völlig entzieht, das ist eben die elektromagnetische Induktion. Es war für mich damals, das war '55, die Frage: Wie kann man eigentlich ein Gebilde aufbauen, das irgendeine elektromagnetische Welle umsetzt, sodass ein Teil nachher der Energie in mechanischer Form erscheinen muss, und zwar als Transversalschwingung? Das heißt, Das Gerät selber wäre jetzt einer Auf-und-ab-Bewegung unterworfen, wenn sich das Ganze dem irdischen Schwerefeld überlagert. Ich habe damals 1956— 1955 erfand ich das Konzept für so eine Anlage, konnte allerdings mit keinem Menschen drüber reden, weil die Kollegen da einfach nicht mehr mitgehen konnten. Ich habe das für mich alleine gemacht und habe— [17:07] Sprecher B: Das war also '56, als die Brauerbauer schon— [17:11] Sprecher A: Ja, die war schon längst vorher bekannt. Die war mir schon 1952 bekannt. Aber die Konsequenz daraus, was muss man machen, um wirklich zu sehen, dass man es ingenieurwissenschaftlich nachweisen kann, das war 1955 so weit. Und ich habe dann im Januar 1956 angefangen, auf die primitivste Weise zu experimentieren. Es kam zum Beispiel darauf an, Hohlräume bestimmter Art herzustellen. Hohlräume mit ganz konkreten Abmessungen. Aber wie soll ich mit meiner sehr kleinen Kriegsrente von damals— [17:47] Sprecher B: Die wollten Hohlleiter bauen, nicht? [17:49] Sprecher A: War doch das damals der Plan. Ja, Hohlleiter eigentlich nicht richtig. Resonatoren könnte man sagen, die aber ganz konkrete Abmessungen haben müssen. Und ich brauchte diese zweifach zusammenhängenden Räume, und zwar Ringkörper. [18:09] Sprecher B: Was heißt zweifach zusammenhängende Räume? Also zweifach zusammenhängend als Flächen, die orthogonal zueinander sind? [18:21] Sprecher A: Ja, und zwar, wenn Sie so wollen, in diesem Fall wäre das ein Ringvolumen, und zwar mussten die ganz konkrete Abmessungen habe, die wieder von der verwendeten Wellenlänge abhängen. Da traten wieder riesige theoretische Schwierigkeiten auf. Auf der einen Seite war mir klar, die Abmessungen steigen so ungeheuer steil mit der Wellenlänge an, dass ich tunlichst auf sehr kurze Wellen gehe. Ich brauche aber definierte Wellen. Das Optimum lag bei 3 cm. Andererseits wurde jetzt etwas anderes sehr schlecht, nämlich der Wirkungsgrad, der auch von der Wellenlänge abhängt. Je größer die Wellenlänge, umso mieser der Wirkungsgrad. Bei 3 cm schien ein Kompromiss zu liegen, wenn man die Empfindlichkeit eines Gravimeters um 1, 2 Zehnerpotenzen steigert. Dann musste es gehen. Nun war aber die Schwierigkeit, der Aufwand wäre ungeheuer groß gewesen. Ich konnte das finanziell nicht schaffen. Jetzt kam die erste Frage. Mein Vater sagt auch, mein Schwester, fangen wir doch erstmal mit den Hohlräumen an. Wie kriegen wir Hohlräume hin? [19:35] Sprecher B: Da haben Sie doch irgendwas metallisch ausgeführt. [19:39] Sprecher A: Nun gibt es zwar das Elektroformingverfahren. Wie soll ich aber Aluminiumkörper so sauber abdrehen lassen mit meinem Geld, das ich habe? Andererseits, und dieses Galvanisieren auch, das war nicht drin. Andererseits dachte ich, man hat eine Feinmechanik der Hartparaffine aus der Reaktortechnik. Ich schaute mir diese Feinmechanik an, die taugte nichts. Mir war folgende Idee gekommen, wenn ich jetzt einen Kern, der genau bearbeitet wird, mit richtigen Schichten umgebe, die thermodynamisch bestimmte Eigenschaften haben, dann könnte ich ein Negativ des Paraffinvolumens schaffen, wenn ich es sauber genug herstelle, und dann Paraffin rauslassen, wenn ich nur hinterher den Hohlraum sauber kriege, und dann kann ich ihn mit Kontaktsilber stützen. Kontaktsilber reicht hierfür. So, nun kamen die Schwierigkeiten. Erstmal kam es darauf an, die richtigen Schichtungen zu finden. Das war eine elend komplizierte Sache. Wir haben es gefunden. Und zwar, wie war das? Das Paraffin musste zunächst eine Aquadag-Schicht kriegen. Das sind halbpoloidale Graphit, damit Durchbrüche der Strahlung sofort absorbiert werden. Wartet erst, dann habe ich nämlich das, einen Trick. Man hat keine Reflexionsstellen. Wenn nämlich der Silberfilm nicht ganz dicht ist, geht die Strahlung rein, wird absorbiert. [21:20] Sprecher B: Wird warm dann doch aber, oder wie? [21:21] Sprecher A: Bitte? [21:22] Sprecher B: Wird doch aber ziemlich heiß. [21:23] Sprecher A: Ja, das kommt drauf an. Da aber nicht sehr viel reingeht in diesen Körper, kommt das eben nicht so drauf an. Denn die Hauptabsorptionsenergie, so, das war das Erste. Dann Jetzt ist aber die Sache, Paraffin nimmt Aquadag nicht einfach an. Insbesondere dann nicht, wenn ich eine ganz spiegelglatte Fläche habe. Wie kriege ich die spiegelglatte Fläche? Beim MPI hat man es gemacht. Ich habe mir die Stücke angeguckt und in einem Oberflächenmikroskop untersuchen lassen. Da sah man, das war bloß nach außen hin glatt, das war eine Berg-und-Tal-Bahn. Also ist diese Feinmechanik beim MPI völlig unbrauchbar. Ich sagte mir, ich muss etwas anderes machen. Ich muss zunächst mal erforschen, wie kann ich Paraffin überhaupt gießen, sodass es glatte Flächen gibt. Und da stellte sich heraus, zunächst mal kann man es gar nicht gießen, denn wenn ich das Paraffin in ein Metallgefäß gieße und ich lasse es erstarren, kriege ich einen Paraffinklotz raus mit einer ganz runzeligen Fläche. Mir sagte der eine Techniker, es lässt sich prinzipiell nicht anders machen. Jetzt überlegte ich mir, warum macht Paraffin das eigentlich? Doch nur deshalb, weil die thermische Expansion des Paraffins anders ist als die des Metalls. Wenn ich nun also dafür sorge, dass das Metall sich nicht expandiert, dann muss es gehen. Wenn ich also jetzt die Metallform habe aus einem gut schaltenden Metall, Und ich stelle die in möglichst kaltes Wasser und gieße das Paraffin rein. Dann wird das Paraffin anliegen, das Metall wird immer in einem bestimmten geometrischen Zustand durch die Kühlung gehalten. Jetzt erstarrt das Paraffin. Nun nehme ich das Ganze aus dem Wasserbad, jetzt ist eine Restwärme drin, jetzt expandiert aber der Metallmantel und presst jetzt das noch weiche Paraffin zur Seite. Zusammen. Da fand ich ja, wenn man das macht, kriegt man eine Paraffinoberfläche, die wie Glas spiegelt. Ach, so glatt, ein ganz getreuer Abdruck der Metallform. Das hat sogar der Herr Schneider wieder mit dem Oberflächendiskoskop untersucht. Haben Sie denn das fertig gekriegt? Ich sag, ja, das Paraffin, nicht thermodynamisch, sagte ich. Und er verstand das dann auch. Er sagte, Professor Schneider leitete das Institut für Metallurgie. Und er bat mich aber, ich möchte dafür sorgen, dass diese Bemühungen, die er sich da um meine Ohren gemacht hat, nicht in die Presse kommen. Ich sage, mache ich auch nicht, das ist uninteressant. Jetzt hatte ich ganz glatte Paraffinkörper, die naturgetreue Abdrücke waren. Ich hatte immer so Kästchen gegossen erstmal. So, wie kriegen wir nun die Schichtung drauf? Nichts ging. Aquaduct gebildete Perlchen. Zapfenlack trocknete nicht. Den kriege ich zwar drauf, lösen aber Paraffin an, und der wird nicht trocken. Das ist übrigens ein Trick: Wenn Sie Zapfenlack haben und Sie wollen nicht haben, dass der sofort fest ist, tun Sie in den Zapfenlack ein klein wenig Paraffin. Und es kann sein, dass Sie tagelang warten müssen, bis er trocken ist, und dann wird er aber wie eine glasige Fläche. Ein kleiner Trick, der dabei Ja, wie benetzen wir das? Und dann sagte ich zu meinem Vater, hör mal, Paraffin ist hydrophob. [24:51] Sprecher B: Was heißt das? [24:53] Sprecher A: Hydrophob, das heißt, das stößt Wasser ab, aufgrund seiner Alkane. Wie kriegen wir es dazu, Wasser anzunehmen? Denn Aquaduct ist eine wässrige Geschichte. Dann sagte mein Vater, du pass mal auf, können wir nicht Seife drauftun? Seife auf der einen Seite, die leuchtet Nein, das sind Alkane, die auf der einen Seite an Paraffin gehen, auf der anderen Seite aber, nicht, haben sie diese OH-Gruppen drin. Und hat es geklappt? Machen wir Folgendes: Wie kriegen wir Seife drauf? Mit Seifenwasser ging es nicht. Ach Mensch, wir haben da oben experimentiert, jeden Nachmittag. Mein Experimentiergerät war ein Brettchen aus Holz mit Nägeln drin, wo Korken drauf saßen, wo die Paraffinstücke noch— das habe ich glaube ich noch im Keller. Und dann kam die Idee: Seife kann alkoholisch gelöst werden in Form von Seifenspiritus. Seifenspiritus wird aber von Paraffin angenommen. Auf die Idee kam mein Vater. Wir pinselten oder tauchten das Paraffinstück in Seifenspiritus der billig zu haben ist, ziehen es wieder raus, lassen es trocknen. Dann glänzt es zwar nicht mehr, weil jetzt auf dem Glanz die dünne Seifenhaut liegt. Jetzt nimmt aber das so präparierte Paraffin Seifenspiritus an, nimmt jetzt Wasser an. Man konnte das Reintuch zwar quatschnatzen. Mein Vater sagte, Mensch, jetzt hat es geklappt, tatsächlich. Und nun haben wir Paraffinstücke mit Aquadac-Königchen, die ließen sich wie mit schwarzer Farbe bestreichen. Und es entstand ein homogener, einheitlicher Graphitfilm. So, und nun musste dieser Aquadac-Film aber wiederum mit Wasserglas behandelt werden zur Stabilisierung. Das war das Billigste. Das Wasserglas ist ein Saugzeug, denn wenn Sie da einen Tropfen auf den Anzug kriegen, müssen Sie den Fleck rausschneiden. [26:56] Sprecher B: Warum? Ist das fest dann? [26:57] Sprecher A: Naja, das ist doch Natriumsilikat. NaCl2SiO3. Das können Sie sich ja vorstellen. Und dieses Silikat bildet dann einen Film. Vorausgesetzt, ich kriege Wasserglas auf Aquadag. Das geht nämlich auch nicht. Das stößt auch wieder ab. Dann sind wir drauf gekommen, wenn wir jetzt dieses mit Aquadag versehene Paraffinstück in eine Kupfervitriollösung tun, und geben einen ganz kurzen Stromstoß. Dann wird aquadaktobachtlich ein klein wenig verändert. Jetzt nimmt das Wasserglas an. Dann kommt also Wasserglas drauf. Und jetzt war die Sache gelaufen. Und dann kam auf dieses Wasserglas— Moment, wie war das? Da kam aus einem Kunststein eine Schicht. Stonex hieß das. Die Stonex-Schicht kam raus, aber Stonex wurde ein Da kam dann Mullstoff drauf. So Elastikbinden. [27:53] Sprecher B: Wozu denn das jetzt alles noch? [27:57] Sprecher A: Ja, und zwar musste es drauf ankommen. Ich brauche einen Mantel, bei dem sich thermische Vorgänge kompensieren, wenn ich das Paraffin rausschmelze. Mir kommt es ja auf den Hohlraum an. Das war ein Rumexperimentieren. Und dann immer wieder mit einer Rasierklinge einen Querschnitt gemacht. Professor Schneider. Der musste mal wieder Oberflächen. Ich sag, genau, ja, ja, die haut noch nicht hin, sagt er. Ach verdammt, dann habe ich wieder mit Zitronengarne. Und das hatte schließlich geklappt. Und zwar, Stonex musste wegfallen, weil das eine ätzende Flüssigkeit abgibt. Stattdessen macht mein Freund das, man überzieht das Aquaduck erst mit Wasserglas, dann kommt drauf eine Mixtur. Ja, Moment, eine Mixtur aus Wasserglas mit Kaolin. Das ist wie so ein weißes Zeug, wie Porzellan wird das. Und das wird nass, wird reingetunkt, und dann wird eine in Wasserglas getauchte Mullbinde rumgewickelt, und da kommt dann wieder diese Kaolin-Mixtur drauf. Ja, und ich glaube, das muss dann noch ein zweites Mal gemacht werden, ja, damit man so eine Doppelschicht hat. Textilstoff, und das gibt dann so einen ähnlichen Effekt, auch ganz billig hier, wie beim Versteifen von Kunststoffen mit Glasfaser. So was Ähnliches wird es. So, und wenn man das jetzt hat, dann kann man tatsächlich den Hohlraum erhitzen, das flüssige Paraffin auslaufen lassen. Später habe ich aus dem Zeug Kerzen gemacht für meine Frau. Auslaufen lassen. Jetzt war die Schwierigkeit, wie kriege Wie kriege ich nun die Reste des Paraffins aus dem Hohlraum raus? Und da bewährte sich eine— also zunächst mal ließ man das geschmolzene Paraffin auslaufen und füllte jetzt in den Hohlraum, drehte man um, heißes Flüssigparaffin. Das löste nämlich das geschmolzene Hartparaffin auf. Und das wurde so ausgespült? Ja, und dann hat man drin eine Schmiere wie Vaseline noch, und die ist benzinlöslich. Also, und das ist Benzin, das von denen kommt. Als das nun bekannt war, jetzt kam es drauf, die Hohlkörper herzustellen. Und wir haben dann 2, das hat Dieter Gustig uns gemacht, 2 Stahlringe von den richtigen Abmessungen. Gedreht und ein Zentrierstück rein, so ein Bodenstück, auch als Ring. Ja, nennen wir den Zentrierring. Ja, auch aus ganz glattem Metall. So, und nun wurde Folgendes gemacht: Das gab auch erstmal hin und her experimentiert mit dem Spirituskocher. Das hat aber nicht hingehauen. Den habe ich übrigens noch, den haben wir vielleicht sogar mal gesehen. [30:50] Sprecher B: Kann schon sein. [30:51] Sprecher A: Und dann kamen wir auf Folgendes Man setzte das Ganze wieder auf Linoleum, auf so einen kleinen Schemel, und das wieder in einen Wasserkübel und probierte erst einmal, wenn der Zentrierring drin ist, dass das dicht ist. Das war auch immer dicht, da kommt kein Wasser rein. Und nun machte man Folgendes: Jetzt hatten wir einen Schlauch, das blieb in der Küche bei meiner Mutter so stehen, ach, die war so sauer. Und nun hatte ich von einer Firma mehrere größere Tafeln Hartparaffin geschenkt bekommen. Und dieses Hartparaffin wurde in so einem kleinen Topf geschmolzen mit einem Thermometer drin. Das Thermometer, das musste auf 150 Grad kommen. Und dann dieses 150 Grad heiße Paraffin gossen wir in die Form. Ja. Und dann wurde Wasser nachgelassen, dass die Form anschließend gekühlt wird. Und dann kam das Einsinkvolumen, denn Paraffin hat eine sehr starke Ausdehnung. Dann rutscht das da rein, musste das Einsinkvolumen nachgießen, ja, bis nachher voll war. Und dann kam das zum ersten Mal große Moment, jetzt als es dann erstarrt war, wir hoben das aus dem Wasser. Was passiert jetzt? Ja, dann ein ganz astreiner Ring. Und nachher haben wir Folgendes gemacht: Ich habe mir vom Tischlermeister so ein von so einem alten Hobel so eine Schneide schenken lassen. Dann haben wir Ringe fabrikmäßig hergestellt. Wir haben das Einsickvolumen übertrieben ausgefüllt, dass so ein bisschen überstand. Bevor wir nun die Metallfassung rausnahmen nach dem Erstarren, einmal mit dem Hobel rüber, denn es entsteht eine ganz glatte Fläche. Ja, und dann wurde das Metall abgenommen und wir hatten ganz astreine Ringe. Jetzt habe ich erst mal Ringe auf Vorrat gegossen. Ich weiß nicht, waren glaube ich 200 Stück. Naja, so täglich 10 Ringe, dann war man in 20 Tagen durch. Und dann wurden Haken genommen mit Korken. Und zwar wurden die Haken in Korken gedreht und dann wurden die Haken heiß gemacht und in den Ring eingelassen. Dann hingen die Ringe an Korken, damit sie in der Handhabung waren. Und nun ging das Präparieren mit Seifenspiritus, Aquadag. Das Aquadag habe ich mir oft schenken lassen. Und mit Wasserglas. Wasserglas ist wahnsinnig billig. Da kostete damals der Liter, glaube ich, 10 Pfennig. Und dann ging dieses Präparieren los. Ich hatte einen irren Verbrauch an Mullbinden. Eine Dame von der Apotheke sagte, mein Gott, was wollen Sie mit den ganzen Mullbinden? Aber die kriegte ich auch so halb von halb. Wir hatten immer, da hat mein Vater gesagt, wie die Schweinlinge. Und es standen immer mehr Ringe in einem schönen weißen Faulinenmantel. Wenn die da erstmal drin sind, dann ist in Ordnung. Und als die nun alle fertig waren, dann haben wir die Haken rausgeholt und anschließend ein Stück eingesetzt. Das war wie so eine Matrize aus Stahl ein Kopplungsschlitz. Und das wurde nur noch verklebt mit Kaolin-Wasserglas. So, und anschließend wurden diese Ringe dann auf eine Röhre gesteckt. Das ist so ein Stück Ofenrohr. Da kriegte ich immer 30 auf einmal, nebeneinander mit nach unten. Und der Schlosser hatte mir eine Wanne geschenkt. Da konnte ich das dann so abenteuerliche Konstruktionen Und das konnte in den Backofen meiner Mutter gestellt werden. Und dann warteten wir einfach, bis das ausfiel. Unten in der Wanne war das ausgelaufene Paraffin, das dann wieder zur Fabrikation neuer Ringe benutzt wurde. Denn ich musste ja auch sparen. Und nun anschließend, als die Ringe noch heiß waren, wurde das heiße Flüssigparaffin, das wurde dann auch ganz, ach, ich glaube, mit 2 Litern bin ich da ganz rumgekommen. Ja, sodass die Ringe nachher nur noch die Vaseline enthielten. Und die wurden aufgestapelt und wurden immer mehr. Ich kam tatsächlich mit meinen geschenkten Paraffintafeln, meinem geschenkten Flüssigparaffin aus. Nachher blieb so ein Kloß übrig, da habe ich für meine Frau Kerzen draus gemacht, sodass das auch noch verwendet wurde. Dann wurde Benzin angeschafft, das war 1957. Und zwar in größeren Mengen, ich glaube 10 oder 20 Liter. Und dann habe ich meine Ringe im Benzin gewaschen, habe mir auch meine Hände kaputt gemacht. So wund, nicht? Und dann ausgespült, immer wieder gespült. Das Benzin sah saumäßig aus, ja. Bloß ich empfand etwas als geradezu schockierend. Ich hantierte da mit 10 Litern Benzin in so großen Schüsseln. Und mein Vater kommt auf die Idee und macht denselben Morgen fährt er. Ach du Lieber, da bin ich aber hochgegangen. Gott sei Dank eher als die Ringe. Ja, ja, ja. Und dann überhaupt, der alte Herr, der ging ziemlich leichtfertig mit diesen Sachen um. Als ich fertig war, dann hatten wir das ganze Flüssigparaffin noch übrig, paar so Liter, und eine ganze große Waschschüssel voller dreckigen Benzinsäure. Dann eine Unmenge Zeitungspapier, was zur Unterlage bei der Wasserglasdauer Reifen nutzen. Sagt mein Vater, jetzt machen wir Freudenfeuerchen, guck mal, ob Emily da ist. Ja, ich sag, nee, Gott sei Dank, sagt er, dann haben wir Ruhe. Auf den Hof gegangen, haben also einen ganz großen Berg gemacht aus diesem ganzen Zeug. Und dann kam man mit der Schüssel, und dann haben wir die Benzinschüssel noch das ganze Paraffinöl getan. [36:34] Sprecher B: Hier ist was zu trinken. [36:35] Sprecher A: Oh, das ist schön. Und alles auf diesem Papier hier. Nun wollte ich haben, dass mein Vater das sofort anzündet, macht er aber nicht. Ich wüsste nicht, du hast Zeit, betroffen, denke ich. Sag, willst du machen, bisschen schnell? Ich habe keine Luft hier, keine Lust, hier mein Leben auszuhauchen. Ja, jetzt können wir ja. Guck mal, ob die Fenster alle zu sind. Ja, ja. Dann ging er mit einer brennenden Lunte ran, kam aber gar nicht bis hin, warte, und dann ging das hoch. Das war ein Feuerchen. Und er hat sich gefreut wie ein kleiner Junge. Ich sage, ach, du, erst ein Fenster zu, mal gucken, ob Emily da ist, und so rumtrödeln weiter zurück. Ja, sagt er, das macht doch dann erst den richtigen Spaß, sonst ist doch kein Witz dabei. Das war ein Feuerchen. [37:24] Sprecher B: Das zog sich also hin, 1976 und '77? [37:27] Sprecher A: Nee, '56, '57. [37:30] Sprecher B: Quatsch. [37:30] Sprecher A: Und dann hatte ich dieses Gebilde zusammengebaut, was da jetzt noch im Labor 3 ist. Und wir hantierten dann mit Radar. Jetzt stellt sich aber raus, der gesuchte Effekt lässt sich so gar nicht feststellen. Wer jetzt eine Gravimetrie braucht und Gravimeter, die haben so hohe Kaufbeträge, dass einem da bloß schwindelig wird. Und nun kam allerdings eine böse, böse Panne. Dieses Ding stand bereit. Ein Klüstron war uns zur Erzeugung von 3-cm-Wellen zugesagt. Jetzt hatte ich aber nicht die geeigneten Leute. Ich hatte einen Etat von damals 1.500 Mark. Mit 1.500 Mark kann ich nicht viel machen. Damals war das Gehalt eines Ingenieurs auch bei 1.000 Mark. Damit war der— jetzt hatte ich bloß noch einen Spielraum von 500 Mark. Ich hatte also keinerlei Möglichkeiten, Material zu beschaffen. Und dann kam Göckel auf die Idee und der sagte mir dann nach meinem Vortrag damals '57 in Frankfurt, da lernte ich Göckel kennen, der sagte, Mensch, das muss ganz anders gemacht werden. Schon mal was von Förderungswürdigkeit gehört? Ich sagte, ach nee. Ja, dann kriegt man das alles so. Und das hatte er dann, da muss ich sagen, da muss man ihm dankbar sein. Das hat er mich damals sehr gut organisiert. Damals '58 am 23. Februar wurde das Institut aus der Taufe gehoben. Und damals, da bekamen wir dann diesen Etat. [39:21] Sprecher B: Aber das Institut hieß damals noch für Astronautik? [39:24] Sprecher A: Ja, eben für dynamische Kontravarien in der Astronautik. Aber das war eben nur auf diesen einen Punkt konzentriert. Jetzt hatte ich aber eine sehr schlechte Hand mit Mitarbeitern. Ich hatte da einen Mann, der hatte mir sehr geholfen. Bei dieser starken Improvisation der Dieter Große. Ist ein feiner Kerl, anständiger Mensch, guter Freund von mir, aber er konnte improvisieren. Jetzt kam es aber darauf an, saubere Arbeit hinzulegen. Wir mussten nämlich eine Vorschaltung für einen Klüstron bauen und ein Gravimeter, und das meisterte er nicht. Und da haben sie sich einen Freund aus Hamburg, der angeblich Elektroniker ist. Und dann haben die Burschen mir das immer weiter rausgezögert. Das Jahr '58 verging, das Jahr '59 verging, keine Vorschaltung da. Ich habe den Tag verflucht, an dem ich mein scharfes Sehvermögen verloren habe und meine Hände. Denn wenn ich da hinzupacke, könnte jeder anders. Und der Klüstron war da, immerhin so ein 8.000-Mark-Objekt, aber die kriegten die Vorschaltung nicht hin. Das war ein Theater. Nun, es war ja auch so, ich hatte ja die 500 Mark übrig, und damals war das Material nicht so teuer. Statt nun Material anzuschaffen, die kauften bloß das Nötigste, weil der Freund des Herrn Goslich furchtbar viel Geld in seine eigene Tasche steckte. Material sollte er kaufen, tat es aber nicht, holte es vom Müllplatz. Und jetzt hatten sie schließlich so ein Ding zusammengespielt, dieses Küstenrad hat wirklich gezündet. Und ich sehe mir die Vorschaltung an, das war eine lebensgefährliche Geschichte. Überlegen Sie sich mal, ein Viertel Ampere, 9 kV, Gleichspannung, und da liegen die blanken Kabel so rum, und ich sehe nicht richtig. Also eine ganz windige Sache, ganz eng gebaut, und auf den Trafos lag noch der Dreck vom Müllplatz, richtig doller klebriger Dreck noch drauf, richtig verdreckt. Und das stellten die mir nun hin. [41:45] Sprecher B: Wie haben Sie denn das mitgekriegt? Wie haben Sie denn das gesehen dann? [41:49] Sprecher A: Ein Physiker namens Sauer, mit dem ich befreundet bin, hat es sich angeguckt. Dem hatten sie aber in Hamburg gesagt, das wäre bloß ein improvisierter Aufbau. Sagt er, ist in Ordnung. Sauer sagt mir, hätten die Kerls mir gesagt, dass es so bleibt, dann hätten die von mir was zu hören gekriegt. Und dann, ich hatte es insofern mitgekriegt, ich guckte mir die Vorschaltung an, die sollte eigentlich in weißes Gold, war so wuselig. Ja, Hauptsache ist doch, da kommt doch nicht so drauf an. Ganz eng gebaut und das bei Hochspannung. Der Dreck drin, den hat Schott erst entdeckt. Es hätte ja Überspritzer geben können. War ja auch da. Und mir fiel auf, da war eine Abschirmkappe drin, die war beschriftet. Und ich gucke mir das an, rot war das Ding mit weißer Beschriftung. Ich stelle fest, steht Automobilöl drauf. Drauf. Da hatten die eine olle Konservendose von Autoöl als Abschirmkappe drauf. Und ich fand, da wurde ich sehr misstrauisch. [42:52] Sprecher B: Naja, also irgendwo höchst improvisierend. [42:56] Sprecher A: Ich wurde gewarnt, das durfte ich unter keinen Umständen selbst einschalten. Nun lernte ich Schott kennen und sagte zu Schott, den habe ich damals durch die Presse kennengelernt, der hat mir geschrieben. Ja, ich sagte, stellte ihm ein paar Fragen, bin bei ihm gewesen und stellte gezielte Fragen. Ja, mal sehen, wie der antwortet. Feststellen, der wird sich von uns abwenden. Dann sagte ich, Herr Schott, es dreht sich eigentlich um die Gravimetrie. Ja, sagt er, Feinstaubtechnik, das könnte ich schon machen. Ja, ist ein bisschen aufwendig, aber vielleicht schaffe ich es. Dann sagte ich eigentlich, bitte, hätten Sie Lust zu mir rüberzukommen. Man hat da etwas hingesetzt. Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ich bin kurz erklärt, um was es geht. Dachte, gut, ich schaue es mir an. Er kam dann nach Northeim. Der Herr Gustlich war nicht da, nicht? Und Schatz sagt, was soll denn das sein? Ich, es kommt da wirklich Hochspannung drauf. Ich sag, plus dran arbeiten, so. Ja, ja, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Schalten wir doch mal ein. [43:58] Sprecher B: Ja. [43:58] Sprecher A: Fängt fürchterlich an zu brummen. Ja, die Spannung lag an, aber eine einzige falsche Bewegung, bauz, so ein Funke, raus. Neue Sicherung rein, setzte er. Dann sagte Schott, also um Gottes Willen abschalten, jetzt will ich mal sehen, was die da verhäkelt haben. Und dann machte er sich lauter Notizen und kam nachher raus, 20 Baufehler und 20 Vorschriften, 20 Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften des VDI. Und sein Urteil war: Lebensgefährlich in der Benutzung. Zum Beispiel der Ballastwiderstand, das war eine Kette, wie so eine, er nannte es immer die Würstchenkette, aus zusammengepinnt. Das Geld hatten sie aber genommen dafür. Und ich stellte Großlich zur Rede, der war ganz fassungslos, nicht? Ja, das stimmt nicht, das stimmt nicht, das stimmt nicht, das ist ganz saubere Arbeit. Der ist nun aber Maschinenbauer, die sind ja bei so einem Absperrmaxi, kommt das ja auch nicht, der trägt nicht. Er sagte mir gleich, ich weiß das auch, das hat der Jochen verletzt und, und, und. Ja, er war aber dafür als verantwortlich gezeichnet, der hat ja auch das Geld dran gesetzt. Und nun sagte Göckel, Moment mal, wie sollen wir denn da den Umständen abrechnen? Na, ich hatte damals Großlich die Sache entzogen. Der ist ja daraufhin auch nach Ägypten gegangen, denn das ging einfach nicht. Ich hatte ihm gleich gesagt, das hat mit privaten Dingen überhaupt nichts zu tun, mein Lieber. Ich muss aber abrechnen. Natürlich. Und wenn ich jetzt diesen Schlamm Herrn Mölko zeige, dann kriege ich von dem gar keine Gelder mehr. Also das geht nicht weiter. Und dann, ich hatte mit Herrn Hübner noch drüber gesprochen. Ich sagte, naja, wissen Sie, dieses Lehrgeld, das zahlt man, die Personalzeit, das zahlt jeder. Ich sage, ich konnte mit dem Geld ja auch nicht mehr machen. Da sagte Hübner auch, ich habe mir das schon gleich gedacht, wenn Sie da Leute holen, die sehen das nicht richtig, dass die da natürlich erst einmal ein bisschen eine Panne erleben. Das war mir gleich klar. Das habe ich eigentlich mit einkalkuliert. Ich sage, das hätten Sie mir aber auch vorher sagen sollen. Nee, nee, sagt er, die Erfahrung muss jeder selbst sammeln. Das hätten wir ja doch nicht gebraucht. Und dann sagt er, na ja, das machen wir natürlich weiter, das ist ganz klar. Du probierst es mal mit diesem Elektroniker, der haut das voll hin. Aber mit dieser Vorschaltung haben wir bis auf den heutigen Tag Ärger. Der andere Väter hat das auch so hingekriegt.