Kassette 29b - Lebenslauf, Philosophie, Kernphysik (1987-02-23) KI-Transkription (AssemblyAI), automatische Sprechertrennung, ungeprüft. Sprecher A/B/… noch nicht namentlich zugeordnet. — Auflösung: satzweise — [0:04] Sprecher A: Ach so, wenn man die Elementarteilchen verstehen will, also die Innenstruktur der Elementarteilchen, dann muss man zurückgehen zum Ursprung des Universums. [0:18] Zumindest ist das so in ihrer Theorie herein. [0:21] Und nun kann man sich vorstellen, dass wenn man über sich selbst oder und über die Sinngebung nachdenken will, ebenfalls zurückgehen müsste. [0:33] Das heißt, es sieht so aus, als ob hier in Ihrer Theorie auch diese qualitativen Aspekte des Sinnes der Welt mit involviert sind. [0:48] Ist dies richtig? [0:49] Sprecher B: Mit der physikalischen Theorie? [0:53] Sprecher A: Ja. [0:53] Sprecher B: Das muss man trennen. [0:54] Die rein physikalische Theorie die diese ganzen Dinge überhaupt nicht berücksichtigt, aber ein, ich hoffe, ein festes Fundament liefert, um in einer indirekten Schlussweise zu versuchen, gewisse Grenzen zu transzendieren. [1:13] Aber um diesen Weg des indirekten Schlusses zu gehen, braucht man natürlich eine gute Basis. [1:22] Man muss auch daran denken, ich höre es immer wieder, weil wir ja 2 weitere Weltdimensionen verwenden, sagt man immer wieder, das habe ich immer gehört, dass viele Kollegen sagen, ja, das ist ein Schritt in die Transzendenz. [1:39] Das ist es eigentlich noch gar nicht. [1:41] Denn diese zusätzlichen Dimensionen sind nichts weiter als die übrigen Dimensionen auch, quantitative Wertevorräte von Zahlen und weiter zunächst mal gar nichts, ein Zahlenmaßstab. [1:55] Auf die etwas bezogen werden kann. [1:58] Zum Beispiel Wahrscheinlichkeit, wenn man so will, eine inverse Wahrscheinlichkeit. [2:02] Aber das ist keine Transzendierung in die Bereiche des Qualitativen. [2:08] Aber meine Hoffnung geht dahin, dass man, wenn diese Basis hinreichend stabil ist und hinreichend abgesichert ist, doch von dieser Basis einer einheitlichen Beschreibung der Physis nämlich, und von dieser Basis her auf indirektem [2:27] Wege weiterschließen kann und kann versuchen, mit geeigneten logischen Methoden gewisse Grenzen zu überschreiten. [2:37] Transzendierung heißt ja Überschreiten einer Grenze. [2:40] Nämlich hier die Grenze vom Quantitativen in den Bereich des Qualitativen. [2:49] Ob man so etwas nun als Mathematik noch bezeichnen kann, ist eine Frage der Auffassung, eine Frage der Definition. [2:56] Sprecher A: Ja, und mir scheint es so zu sein, dass die Sinngebung darin besteht, wenn ich jetzt wieder komme, was ist der Sinn des Daseins, des Lebens? [3:10] Strukturen, und zwar möglichst viele verschiedenartige Strukturen zu entwickeln, aller Art, Ideen meinetwegen oder materielle Strukturen und deren Beständigkeit zu sichern. [3:24] Denn das sieht man immer wieder. [3:26] Sprecher B: Das ist genau das, was dich brennt. [3:29] Sprecher A: Ja. [3:30] Das ist die Erhaltung der Entelechie, die Schaffung von entelechialen Strukturen etwa. [3:34] Sprecher B: Von Strukturen? [3:36] Ja. [3:36] Und zwar Strukturen von einem außerordentlich hohen Organisationsniveau. [3:41] Sprecher A: Ja, aber ich meine eben, das kann man— [3:44] Sprecher B: Wenn wir uns alleine unseren Planeten ansehen, welch unvorstellbarer Vorrat an Informationen ist hier verwirklicht und hat sich hier realisiert. [3:54] Man könnte sich jetzt die Frage stellen, wenn man davon ausgeht, was bedeutet es eigentlich für eine einzige Form des Lebens, wenn es zu einem riesengroßen Informationsdefizit kommt. [4:11] Wenn also immer mehr Arten für immer ausgerottet werden, also der entsprechende genetische Code verschwindet, und zwar für immer, und ein dauernd steigendes Defizit an Information da ist, kann so etwas auf die noch verbleibende [4:33] Lebensform alten Eintrittspassen. [4:36] Das wäre eine Frage, die einmal aufgeworfen wurde. [4:39] Ich habe es in einer Rundfunksendung einmal gehört, dass der Autor der Sendung die Frage aufwarf, war vom Deutschlandfunk: Können wir es uns eigentlich leisten, immer mehr Lebensformen, die durch den Profit orientierten Grundbetrieb [4:58] vernichten und für immer auszurotten? [5:01] Tatsächlich ist ein Bruchteil, 10% des gesamten irdischen Pflanzenbestandes in den letzten Jahrzehnten ausgestorben. [5:09] Können wir uns das eigentlich leisten, immer mehr Informationen zu löschen, die Bibliothek also immer leerer zu machen? [5:18] Sprecher A: Sie meinen, jetzt können wir es uns leisten, was die Theorie darauf antworten könnte, beziehungsweise könnte die Theorie darauf antworten? [5:24] Sprecher B: Die Frage wäre, und das ist noch überhaupt nicht zu erkennen, die Frage wäre, hätte oder hat Dieses Löschen von Informationen der ganzen Umgebung, nicht letzten Endes irgendeine Rückwirkung auf uns selbst? [5:41] Ja, ja, wir wissen es nicht. [5:43] Sprecher A: Ja, dankeschön. [5:44] Mal sehen, wie viel wir jetzt drauf haben. [5:49] Ah ja, ich glaube, ich habe so einen ganzen Film ab. [5:53] Ja, ich bin ja heillos geworden. [5:56] Sprecher B: Ja, ich bin, ich weiß es nicht, bin gespannt drüber. [6:00] Sprecher A: Aber das ist ja eben das Schwierige. [6:02] Sprecher B: Aber das ist ein interessantes Thema, das man wirklich mal untersuchen sollte. [6:07] Könnte nicht ein Schlag global bei allen Menschen dieses ganze Informationsgefüge zusammenbrechen, dass sich der Rest von selbst löscht? [6:19] Ja. [6:19] Sprecher A: Hören Sie, Augenblick, jetzt machen wir Einzelaufnahmen. [6:21] Das war also eine längere Sache und jetzt kommt also Ihre Frau noch dazu und jetzt ist es also ein ungezwungener Da muss ich den Film wechseln. [6:31] Ja, ja, ich habe das von Weitem ausgelöst, so dass wir beide drauf waren und das Ganze zur Sicherheit noch auf dem Tonband mitlaufen lassen, falls es nichts geworden ist, weil wir zu weit weg waren. [6:40] Wir waren anderthalb Meter vom Mikrofon weg und nun müssen wir mal abwarten.