Kassette 18a - Religion usw. (1987-05-23) KI-Transkription (AssemblyAI), automatische Sprechertrennung, ungeprüft. Sprecher A/B/… noch nicht namentlich zugeordnet. — Auflösung: satzweise — [0:04] Sprecher A: Nun wird Wasser in Wahrheit ein Netzwerk aus H2O-Molekülen sein, wobei diese Konglomerate in ihrer Struktur und Abmessung von der Temperatur abhängen. [0:20] Aber was kann man alles an Informationen auf ein solches Wasserkonglomerat prägen? [0:27] Das leuchtete ihm dann auch ein. [0:30] Sprecher B: Das hat er wahrscheinlich bloß noch mal von mir hören wollen. [0:35] Ich weiß es nicht. [0:36] Sprecher A: In Bezug auf Metall weiß ich das nicht. [0:38] Aber Wasser, das weiß ich, dass es diese Konglomerate gibt. [0:42] Sprecher C: Herr von Nuttiger, erklären Sie mir doch mal bitte, warum geht es hier um? [0:48] Sprecher B: Weil das herausgekommen ist von Leuten, die sich überhaupt mit Lichterscheinungen und so was beschäftigen. [0:55] Sprecher A: Wahrscheinlich. [0:56] Sprecher B: Ja, ja. [0:56] Sprecher C: Es ist dann eine Madonna, die aus dem UFO rausgefahren wurde. [1:00] Sprecher B: Naja, das ist so einer, der das geschrieben hat. [1:02] Das halte ich nicht für interessant, dass man diese Theorie dazu bringt. [1:11] Aber das sind ja diese Informationen. [1:15] Sprecher A: Nun frage ich mich, ist es nicht bereits eine Vermessenheit zu behaupten, dass ich als kleiner Mensch gegen diese Gottheit handeln kann? [1:24] Das würde ja voraussetzen, dass ich dann, wenn ich etwas gegen die Gottheit unternehme, dann wäre das, würde das ja einfach die arrogante Feststellung, in anderen Worten, sein, dass ich mit dieser Gottheit gleichberechtigt [1:36] bin. [1:37] Oder in etwa. [1:39] Sprecher B: Aber den Zweifel an der Sünde kann man sich nur leisten, wenn man sagt, ich weiß nicht, was Gott ist. [1:46] Sprecher A: Und das wissen wir ja nun wirklich nicht. [1:49] Sprecher B: Nee, ja, ja, also wenn Sie sich den leisten, den Zweifel, dann müssen Sie auch zweifeln, ob was, welches Ihrer Taten denn nun wirklich sündig sind. [2:00] Sprecher A: Aber ja, ich meine, selbst wenn ich etwas Konkretes über den Gottesbegriff weiß, ja, also ich nehme mal so den normalen Theologen, der Maßstab bekannt, ja, ja, aber der normale Theologe hat ja die Maßstäbe, er hat ja die [2:13] Gebote zu haben, er glaubte zu haben, natürlich, das ist klar, nicht? [2:18] Man muss, wenn man natürlich mit Leuten spricht, sprechen kann, die eine andere Daseinsform bereits erlebt haben, weil sie drin sind, könnte man, aber das wird auch nicht viel bringen in einem solchen eigenartigen Gespräch, [2:35] unter Umständen indirekt etwas über kosmische Maßstäbe erfahren. [2:40] Sprecher B: Ja, ja. [2:41] Sprecher A: Denn die müssen das ja an sich selbst erlebt haben. [2:43] Ja, nur die Frage ist, ich glaube nicht, dass die sich passend ausdrücken könnten. [2:48] Sprecher B: Naja, man braucht auch nicht, man braucht wahrscheinlich nicht nur diese Personalitäten als Informanten. [2:59] Es geht ja auch, wenn man Mystiker, die es an der Erfahrung haben, fragt. [3:04] Und da kommt es dann immer ganz klar. [3:07] Die Bodhisattvas zum Beispiel da im Zen-Buddhismus legen den Schuh ab, dass sie so lange wieder reinkarniert werden möchten, bis der letzte Unerleuchtete aus der Sünde des Unerleuchtetseins befreit wird. [3:23] Und sie wollen denen helfen, zur Erleuchtung zu kommen. [3:26] Und das ist gleichbedeutend mit Aufhebung der Sünde. [3:29] Das ist also ganz anders zu verstehen. [3:31] Ja, das merke ich schon. [3:33] Sprecher A: Das ist eigentlich anders zu verstehen. [3:35] Sprecher B: Ja, ja. [3:36] Aber unter die Sünde fällt das alles. [3:38] Was hier auch diese 10 Gebote etwa. [3:41] Die fallen da alle mit drunter. [3:44] Ja, es ist nicht etwa so, dass man sagt, ja Gott, die haben ja gar keine Vorstellung davon. [3:49] Sondern das ist selbstverständlich. [3:52] Wer sich falsch benimmt, und das kann man ja irgendwelche Regeln, da kann man ja angeben. [3:56] Man kann sogar die 10 Gebote denen auch hinstellen. [4:00] Wenn man dagegen verstößt, dann benimmt man sich falsch, dann sündigt man. [4:04] Ja klar, weil er noch nicht die Einsicht hat. [4:07] Bloß das eine ist, dass wir uns nicht so sehr bemühen müssen wie an sich der richtige Buddhist oder Zen-Buddhist vielleicht. [4:20] Sprecher A: Weiß ich nicht. [4:21] Sprecher B: Ich bin kein Buddhist. [4:23] Ich nehme bloß diese Technik etwas an. [4:28] Aber die Möglichkeit haben wir ja gar nicht, weil wir uns ja nicht selber befreien dürfen. [4:37] Denn für uns hat ja schon jemand gelitten, nämlich Jesus. [4:40] Und das macht es uns eigentlich sehr angenehm leicht. [4:43] Bloß den Denkenden selber schwierig. [4:46] Denn wir wissen, eigentlich müsste man was machen. [4:48] Denn das ist ja eigentlich nicht— das Christliche sagt uns zu wenig. [4:54] Wir wissen ja genau, so kann ja die Natur mit uns nicht umgegangen sein. [4:59] Die will doch sicher irgendwas. [5:01] Und wir machen es da eigentlich nicht richtig. [5:03] Ja, bloß abwarten. [5:05] Und uns vermehren, und das war alles hier im Dasein in der Welt. [5:11] Da ist das aktive Selbst-an-sich-Arbeiten dieser Mystiker doch richtiger. [5:18] Gerade das wird dann aber wieder im Christentum als Selbsterlösung und widerchristlich angesehen, weswegen ja auch Mystik hier bei uns nicht mehr gefragt und gelehrt wird. [5:32] Und doch noch, und schon immer ein bisschen so im Ruhestand, da will sich einer neben Gott setzen, ohne zu wissen, was denn eigentlich Gott ist. [5:40] Sprecher C: Ja doch, aber die Katholiken sind doch sehr Mystiker. [5:44] Sprecher B: Ja, ich habe mal mit Resch gesprochen. [5:47] Also natürlich, wenn überhaupt, dann bloß Katholiken. [5:49] Sprecher A: Aber er sagte, tja, seid ihr die Windmännchen wieder auf dem Boden der Realität? [5:56] Sprecher C: Gebracht. [5:57] Sprecher A: Der hat ganz einfach gesagt: Der Mensch kann sich die höchsten Stelzen anlegen, so dass er über den Wolken geht. [6:06] Laufen muss er mit den eigenen Füßen. [6:08] Und der Mensch kann so vermessen sein und sich auf Gottes Thron setzen. [6:13] Letztlich sitzt er auf seinem eigenen Hintern. [6:15] Sprecher B: Ja, ja. [6:17] Sprecher A: Und damit hat er das eigentlich wunderschön auf den Boden der Realität So wird das auch. [6:25] Sprecher B: Wer war das? [6:25] Sprecher A: Ich glaube, das war Leopold von Sacher-Masoch. [6:31] Sprecher B: Also Resch sagte mir mal, dass die letzten Vorlesungen, glaube ich, noch vorm Ersten Weltkrieg gewesen sind, über Mystik in Deutschland. [6:41] Sprecher A: Aber das war nicht mehr gebracht. [6:42] Sprecher B: Nein, jetzt gibt es das nicht mehr. [6:43] Also die Mystik ist praktisch auch weg. [6:46] Was soll man auch machen? [6:47] Mystik ist ja auch eine Sache der Tat. [6:50] Und weil das aber gar nicht mehr geübt werden kann, oder was da eben nicht— [6:59] Sprecher A: Ein ziemlich linkslastiger Pastor in Hamburg, der sagte mal, Schulz heißt er, der sagte, im Grunde genommen ist es doch so, mag sich das religiöse Bild verändern, wie es will, Auch in der ganzen christlichen Zeit und der [7:21] vorangegangenen jüdischen Zeit. [7:22] Das ist ganz egal, was man sieht. [7:25] Eine Aussage ist von ersten Augenblicken bis heute konstant geblieben, nämlich die Aussage: Gott existiert. [7:35] Das ist das, was sich durch alles durchzieht, bis auf den heutigen Tag. [7:40] Da kann auch keiner was dran ändern. [7:43] Die anderen Aussagen. [7:45] Das Bild, das man sich von der Gottheit macht, ist eng verknüpft mit dem Bild, das man sich von der Welt macht. [7:53] Das Bild von der Welt, der Gottesschöpfung, hängt ab vom Wissensstand, vom Bildungsstand und vom kulturellen jeweiligen Niveau, ist zeitabhängig. [8:06] Folglich ist auch das Bild, das man sich, eine Vorstellung von Gott macht, Zeitabhängig. [8:12] Sprecher B: Ja, dann ist es aber relativ. [8:13] Sprecher A: Aber ein Jahr, das ist relativ. [8:15] Aber eines geht durch, von erster Anfängnis bis heute, der Satz: Gott existiert. [8:21] Sprecher B: Ja, ja. [8:22] Sprecher A: Ich finde das total— [8:23] Sprecher B: Ja, aber das ist ja nun keine spezielle Eigenschaft unserer Religion. [8:30] Sprecher A: Nein, aber er sagte, man soll darüber auch mal nachdenken. [8:34] Sprecher B: Na ja, aber da kommt man ja schnell raus aus der eigenen Religion. [8:40] Denn wenn der Gottesbegriff nicht festgelegt und festgehalten wird, absolut, ja, dann kommen wir ja zur Ökumene. [8:48] Und wo kommen wir denn dahin? [8:51] Der Zapf hat mal gesagt, er hat ja die Ökumene dann interpretiert, Maria Laach, und hat gesagt, dass Ökumene so verstanden wird, dass die anderen Religionen mit aufgenommen werden und das Beste mit einbringen in den Katholizismus [9:16] und dass er Ökumene als eine universelle katholische Kirche versteht. [9:22] Ich halte das nicht für die richtige Auffassung von Ökumene. [9:27] Also, da kann man natürlich anderer Meinung sein. [9:30] Aber das bedeutet ja, dass zunächst mal der katholischen Lehre der Primat gegenüber anderen gegeben wird. [9:40] Sprecher A: Das würde ja ein katholischer Geistlicher selbstverständlich tun. [9:45] Sprecher C: Ja, zumal ja die katholische Lehre die erste Lehre war. [9:48] Sprecher A: Man kann natürlich die Dinge auch ganz anders sehen. [9:52] Weil man kann zum Beispiel den Begriff Religion untersuchen. [9:56] Was ist das? [9:57] Ich meine, Sie finden in der ganzen Tierwelt nichts Ähnliches. [10:03] Wozu brauchen wir Menschen so etwas? [10:06] Ich meine, dass wir zugunsten des freien Willens die Bindung an den Seinsgrund verloren haben. [10:18] Und Weizsäcker sagte das so schön, er sagte: Wenn ich an einer Verkehrsampel stehe, dann weiß ich als Mensch, dass ich schuldig werden kann, wenn ich falsch über die Straße gehe. [10:32] Ich habe die Chance zu entscheiden, den freien Willen. [10:37] So oder so werde ich über die Straße gehen. [10:38] Der Hund, der nicht an der Leine ist, kann gar nicht anders, der muss einfach rüber. [10:42] Und weil er nicht anders kann, weil er eben nicht entscheiden kann, wird er nicht schuldig. [10:48] Ich als Mensch habe aber die freie Wahl der Willensentscheidung und kann damit schuldig werden. [10:57] Und ich meine, das liegt daran, wir haben die Bindung an diesen Urgrund verloren. [11:07] Wir können als Menschen falsch handeln. [11:10] Wir können sogar wissentlich falsch handeln und werden schuldig. [11:15] Das Tier kann gar nicht falsch handeln, weil es aus diesem Seinshintergrund gesteuert wird. [11:22] Man kann kaum beobachten, dass ein in der freien Wildbahn lebendes Tier etwas falsch macht. [11:28] Es sei denn, man nimmt es absichtlich aus seinem Lebensraum heraus. [11:31] Aber haben Sie jemals beobachtet, beobachten Sie mal einen Raubvogel, einen Sperber, wenn der etwas jagt. [11:38] Der Bursche kann mit hoher Geschwindigkeit durch das dickste Dornengestrüpp durch und tut sich gar nichts dabei, weil er unweigerlich das Richtige macht. [11:48] Aber wir Menschen haben diese Bindung an den Seinsgrund verloren. [11:54] Wir müssen frei sein, wir müssen frei schwimmen. [11:58] Wir haben die freie Willensentscheidung als bewusstes Wesen bekommen. [12:05] Dafür aber nicht wissen und auch gar nicht wissen können, wie wir in der Umgebung richtig handeln, und das Instinktgefüge, das diese Bindung darstellte, weg ist weitgehend, müssen wir versuchen, künstlich eine Rückbindung [12:24] zu schaffen an den Daseinshintergrund, zumindest auf einem Gebiet, und das ist das Entscheidende. [12:32] Nämlich, wir müssen eine Rückbindung schaffen, dass wir als Gemeinschaft zusammenleben können. [12:41] Und diese Rückbindung bedeutet also ein moralisches Gesetz, das wir uns selbst geben müssen, das uns eine Art Ersatz bietet für diese Rückbindung, für diese Religio, das heißt die Rückbindung. [12:58] Und von dem Gesichtspunkt her kann man eine Religion auch betrachten. [13:02] Ich habe da ein bisschen ein interessantes Gespräch drüber gehabt. [13:07] Ich habe das übrigens in der Schrift Postmortale Zustände auch eindeutig aufgezeigt. [13:14] Sie erinnern sich an diesen Abschnitt über die autonome Inframaxime. [13:19] Sprecher B: Ja, ja. [13:20] Sprecher A: Das ist nämlich gar keine moralische Überlegung, die ich hier mal angestellt hätte. [13:25] Ich verstehe auch von Theologie überhaupt nichts und von Moraltheologie schon gar nicht. [13:31] Sondern das ist einfach eine zwingende Konsequenz aus diesem Schritt zum voll bewussten wachen Vernunftwesen. [13:40] Das ist der zwangsläufige Schritt. [13:42] Sprecher B: Ich bin auch der Meinung, also dass das nicht bloß für soziale Gefüge gilt, sondern dass das für den Einzelnen natürlich genauso eine Verpflichtung ist, ja, eine Rückbindung zu suchen. [13:52] Und ich nehme an, dass die Jugend das auch sehr spürt. [13:57] Sprecher A: Die spüren das. [13:57] Sprecher B: Die wissen bloß nicht, wie sie es machen sollen. [13:59] Sprecher A: Die müssen es nicht können, weil wir einfach wissen, was machen wir denn auch in der Wissenschaft anders? [14:05] Wir versuchen doch lediglich, wenn wir dieses Streben haben, Naturgesetze aufzufinden, das ist doch nichts weiter als ein Versuch, an diesen dunklen, irrationalen Hintergrund der Welt heranzukommen. [14:18] Und ob wir nun im sozialen Bereich nun Gesetze schaffen, eine Justiz schaffen, die mangelhaft sein mag, ob wir ein moralisches Gesetz schaffen im Sinne einer Religion, ob der Einzelne nun sucht. [14:32] Es ist egal. [14:33] Das ist immer wieder dasselbe Prinzip, was dahinter steht. [14:37] Man hat die freie Willensentscheidung zu Lasten der eigentlichen instinkthaften Bindung an den Hintergrund. [14:46] Ja, nun mag natürlich manchem Menschen, der die große Last mit der freien Willensentscheidung hat, natürlich die tierhafte, animale Bindung an den Daseinsgrund paradiesisch erscheinen. [15:02] Man kann ja gar nichts falsch machen, geht vollautomatisch. [15:06] Nur muss man dann im paradiesischen Zustand allerdings auf den freien Willen verzichten, aber das ist genau das, was uns eigentlich zu Menschen macht. [15:16] Das würde uns nicht gefallen. [15:17] Wie überhaupt auch die Paradiesvorstellungen eigentlich alle gar nicht tragbar sind. [15:23] Es sind eigentlich furchtbare Dinge, die da erfunden werden. [15:28] Und haben Sie mal darüber nachgedacht, warum eigentlich das christliche Paradies ebenso wenig annehmbar ist wie die christliche Hölle? [15:38] Das kommt dem Hörspiel Westianus Märtyrer gut. [15:41] Zum Ausdruck. [15:42] Das hat der NDR mal mehrere Male— [15:45] Sprecher B: Naja, Sie finden ja Unlogik sowieso. [15:47] Sprecher A: Nein, es ist untragbar, weil Paradies und Hölle statische Zustände sind. [15:53] Ja, eben. [15:54] Keine Dynamik, es ist statisch. [15:58] Und das hat dann mal einer zur bösen, bösen Satire umgemünzt. [16:06] Mark Twain, Briefe des Satans. [16:10] Da lässt er den Teufel sich aussprechen über das christliche Paradies. [16:15] Also völlig unverständlich, weshalb machen sich die Christen eigentlich etwas so, eine so entsetzliche Jenseitsvorstellung? [16:25] Sprecher C: Denn es wird doch alles dort ständig getan, was keinem Spaß macht. [16:30] Sprecher A: Er sagte, der nahm nun diese naiven Vorstellungen sich auch diese naiven Paradiesvorstellungen. [16:37] Ich dachte, man muss sich das mal überlegen. [16:40] Wer kann schon groß singen? [16:43] Dort ist es obligate Pflicht. [16:46] Milliarden Menschen schreien und brüllen und durcheinander. [16:51] Und wer kann schon groß Harfe spielen? [16:54] Dort müssen alle. [16:55] Dieser Lärm, der muss unerträglich sein. [16:58] Oder zum Beispiel das Das Beste, was es für einen Menschen gibt, ist seine Vernunft und seine Logik, die sich ausdrückt im gesprochenen Wort. [17:08] Das ist die Übertragung des Geistes an sich. [17:14] Im christlichen Paradies wird der Wortschatz reduziert auf wenige Vokabeln wie: Lobe den Herrn, Hosianna, Halleluja, Eia Popaja aus. [17:25] Wieso wird das Menschsein so reduziert? [17:30] Und wer geht schon gerne in die Kirche? [17:32] Selbst gläubige Gemüter reduzieren den wöchentlichen Kirchgang auf eine halbe Stunde. [17:38] Und dort besteht das ganze Dasein nur aus Kirchgang. [17:42] Wieso macht man solche ganz perfekte Hölle, wie ich sie als Satan nicht besser und perfekter anbieten kann zum Paradies? [17:52] Das verstehe ich. [17:53] Sprecher B: Das ist ja immer— Deswegen wünschen sich ja immer so viele Teufelchen, sie möchten mal in die Hölle, da sind wenigstens die Weiber noch nackert. [18:04] Sprecher A: Aber jetzt auch so, man kann das natürlich noch ins Groteske treiben. [18:08] Wenn man nun sagt, man kommt in dieses Paradies überhaupt nur durch die Fürsprache eines Geistlichen, Und nur dann, wenn man streng nach dem Moralgesetz gelebt hat, sprich in strenger Monogamie, in christlicher Ehe, vor der [18:32] Ehe keinerlei Verkehr, außerhalb der Ehe auch nicht, ganz streng, nur dann ist die Voraussetzung erfüllt für den Weg ins christliche Paradies. [18:44] Sich im Jenseits eine unvorstellbare Akkumulation von Bandwürmern anreichern. [18:50] Weil nämlich der Bandwurm das Lebewesen ist, was am strengsten monogam lebt, weil das gar nicht nebenher rausgehen kann. [18:58] Denn im gleichen Körper sind männliche und gleiche weibliche Geschlechtszellen untergebracht. [19:03] Also muss es im Jenseits eine gigantische Anhäufung von Bandwürmern geben. [19:08] Und ich habe aber bei meinen Experimenten niemals etwas davon erfahren. [19:13] Ich habe mich aber offenbar gesagt, auch nicht getraut damals. [19:15] Ich hätte bei Baumann damals die Frage stellen können. [19:19] Dann, ja, das habe ich mich eigentlich nicht getraut, weil ich nicht wusste, was von der Sache echt ist. [19:24] Und man muss da nicht sofort so einen schlechten Eindruck hinterlassen. [19:34] Was würde wohl passieren, wenn so etwas echt ist und man erschreckt weil sich eine kalte Hand einem so ins Gesicht streichelt oder so. [19:45] Und man würde dann verblüfft sagen, huh, Transweltgesäß und Nähgarn. [19:50] Und dann sagt es der Geist, gar dunkel ist deiner Rede Sinn, mein Freund. [19:57] Und man antwortet, ja, zu Hause sage ich ja auch immer Zwirn, aber ich wollte mich hier nicht so schlecht benehmen. [20:05] Was würde dann passieren? [20:07] Sprecher B: Aber es ist, naja, da ist— [20:09] Sprecher A: Geht man darauf ein? [20:11] Sprecher B: Ja, na, die Antworten kommen ja so, wie man selber herangeht an das Ganze. [20:18] Ihr habt zum Beispiel— [20:19] Sprecher A: So eine komische Wechselwirkung. [20:21] Warum eigentlich? [20:22] Sprecher B: Ja, ich habe gefragt, ob es überhaupt ein Überleben als Person gibt beim Baumann. [20:29] Und dann war der ziemlich verblüfft und sagt, Also so etwa, das hat noch niemals jemand gefragt. [20:35] Aber dann kam gleich die Antwort. [20:37] Jawohl, das ist also, es gibt eine Auflösung von Mensch und Tier. [20:43] Und dann, na ja, also was diese ganzen Gedichte da kommen. [20:47] Ja, und dann hieß es, dass man aber in die Eigenschaften der Person wieder zurück kann und dass die Eigenschaften denn dieser aufgelösten Person oder des Ganzen dann eine Personalität vorspiegeln, die aber eigentlich nicht [21:07] mehr vorhanden ist. [21:09] Sprecher A: Das ist dann allerdings, naja. [21:12] Also ich würde sagen, das hört sich an, wie wenn da einer rumtheologisiert und weiß nicht, wie er es sagen soll. [21:18] Sprecher B: Ja, nee, aber Sie brauchen dafür keinen Abgeschiedenen. [21:20] Sie können genauso in Baumanns einem Unterbewussten herumsuchen und dann hat er das. [21:28] Dann hat man das. [21:29] Sprecher A: Ja, ja. [21:29] Sprecher B: Das ist ja genauso. [21:30] Das ist so eine Person. [21:34] Ich habe ihn neulich mal gesehen in Hamburg. [21:40] Aber ich meine, du hast ja— [21:41] Sprecher C: Wohnt er da noch? [21:42] Sprecher B: Ja, ja. [21:42] Sprecher C: In derselben Wohnung? [21:45] Sprecher B: Noch bei seiner Freundin zusammen. [21:49] Das ist ja auch ganz toll, also wenn man da mal hinkommt. [21:52] Und sieht ins 4. [21:53] Stock, geht über eine ziemlich abgewetzte Stiege und kommt dann dort in ein recht nett eingerichtetes Zimmerchen mit einem echten Spitzweg, mit einem Lippi, mit einem Botticelli. [22:10] Also dann ist einem das dann doch schon komisch. [22:14] Also die, ja, ja, diese Dingerchen, ne, die So kennt man ihn und aus diesen Bildchen. [22:20] Aber der hat hervorragende Sachen. [22:23] Der sagte, das ist für eine Million versichert, das für eine Million. [22:27] Und herrliche Intarsienschränke. [22:30] Und dann, wenn er einem die Brillanten zeigt, die zu groß sind, dass man die nicht tragen kann. [22:34] Das ging gar nicht. [22:36] So einen Zentimeter groß hat er da mehrere draus geschnitten. [22:40] Sprecher C: Das war eigentlich ein unheimlicher Mann. [22:42] Sprecher B: Er hat eine reiche Erbschaft gemacht. [22:45] Sprecher C: Und dann in so einer kleinen Wohnung? [22:49] Sprecher B: Ja, und zwar eine Viertelmillion. [22:52] Da überlegt er noch, ob er die mal für eine Wohnung ausgibt oder was auch immer. [22:59] Aber geizig, wenn man dann mal sagt, ja, wir können uns ja mal in der Fränkischen Schweiz treffen, wenn ihr da seid, dann können wir auch mal hinkommen. [23:09] Ach, du willst dich bloß wieder zum Mittagessen einladen lassen und solche Dinge. [23:13] Da hat er sich noch entsonnen, dass er uns das letzte Mal, als wir ihn getroffen haben, dass er uns das Mittagessen bezahlt hat. [23:20] Sprecher A: Also so ein bisschen mickrig. [23:21] Sprecher C: Ja, widerlich. [23:22] Sprecher B: Ja, das ist nur— Ich glaube nicht, ich glaube, das meinte er ernst. [23:29] Ich glaube nicht, dass das ein Scherz war. [23:30] Sprecher C: Ich finde es so gut von ihm, dass er seine ganzen Sachen dann später mal im Kinderheim vermacht. [23:34] Sprecher A: Ja, ja, natürlich. [23:37] Sprecher B: Ja, schon. [23:38] Ja, das ist so ganz anders als als normal. [23:44] In allen Dingen ist es normal. [23:45] Sprecher A: Ja, das stimmt. [23:47] Sprecher B: Er hat ja seinen Heilpraktiker gemacht, sein Examen, und will jetzt auch noch promovieren, irgendwo in Kalifornien. [23:57] Da kriegt man dann, wenn man etwas geschrieben hat, kriegt man dann Doktor geschenkt. [24:02] Habe ich gesagt, die Adresse soll er uns auch mal nennen. [24:07] Sprecher A: Ja, und Ich glaube auch, wie ich den kenne, der schafft das auch noch. [24:13] Und dann produzierst du dir dafür auch einen Doktortitel. [24:16] Ja, ja, können wir uns auch kaufen. [24:19] Aber lieber nicht. [24:20] Dann lieber ohne was produzieren. [24:22] Ja, das wollte ich auch sagen. [24:24] Logischperspektivensystem und das Umschlagen des Reizes der physikalischen Quantität in die Qualität. [24:33] Und umgekehrt die Qualität des Erlebnisses sich dann materialisieren kann in einer Aktion. [24:39] Ja. [24:39] Das ist ja bereits schon paranormaler Vorfluss. [24:42] Ich bezeichne das in der Schrift als paranormaler Vorgang im uneigentlichen Sinn. [24:48] Sprecher C: Ja. [24:48] Sprecher A: Nicht wahr? [24:49] Weil es nämlich derart selbstverständlich ist, dass kein Mensch mehr drüber nachdenkt. [24:54] Nein. [24:59] Sprecher C: Naja. [24:59] Sprecher A: Dieses Buch, was ich Ihnen heute mitgebracht habe, das habe ich von der Dame in Hamburg geschenkt bekommen. [25:07] Nicht das, was Sie haben. [25:08] Die hat mir noch was reingeschrieben. [25:10] Ach so, ja, ja, ja. [25:12] Sie hat mir damals gesagt, am besten einfach so schmoren lassen, passiert nicht. [25:17] Dann kommt die schon wieder. [25:18] Sprecher B: War auch so. [25:19] Sprecher A: Aber die interessiert sich sehr stark für psychologische Dinge. [25:23] Deswegen habe ich ihr das Buch auch gegeben. [25:25] Sprecher B: Gegeben. [25:26] Sprecher A: Und die brachte ich auch mal drauf, dass ja eigentlich, weil sie so wahnsinnig scharf alles ablehnt, was mit einer Transzendenz zu tun hat. [25:36] Ich weiß nicht, warum sie das eigentlich tut, aber sie hatte mir einmal, war ich mit ihr allein, gesagt, ja, ich kann da einfach nicht drauf, denn wenn ich mir über so was Gedanken mache, dann kriege ich richtig eine Dann [25:50] merke ich, wie sich sämtliche Körperhaare sträuben, und ich habe immer eine schlechte Nacht. [25:57] Kann das nicht, sondern das soll auch sein. [26:00] Und dann macht sie sich natürlich lustig über diese Dinge. [26:05] Und da habe ich dieses jetzt im April, dieses Buch Postmortale Zustände mitgebracht. [26:13] Na ja. [26:16] Ich merkte, sofort ging sie in Abwehr. [26:21] Das war ganz interessant. [26:25] Und sie fragte mich, wie ich denn das überhaupt aufgebaut hätte. [26:29] Und dann sagte ich, nun ja, ich benehme mich an sich nicht so rüde, wie ich es im ersten Paragraphen getan habe. [26:35] Aber ich muss mich da so ein bisschen absichern, dass ich nicht von den falschen Leuten dauernd zitiert werde. [26:41] Aber ich sag dir dann auch, im Grunde genommen ist die Frage doch nur die, ob es ein zeitliches Schicksal des Ich-Bewusstseins nach dem Tod gibt oder nicht. [26:59] Ja, das ist die Frage, die gestellt werden muss. [27:03] Nun setzt das voraus, wenn man jetzt mal von nicht von der Theorie herkommen, was hier in dem Buch gemacht worden ist, sondern einfach von der Praxis, dann könnte man doch sagen, die positive Beantwortung dieser Frage steht [27:21] und fällt damit, ob das Ich-Bewusstsein primär sozusagen ein Nebenprozess des Stoffwechsels ist, Oder ob es eine eigenständige Ganzheit darstellt, die vom Stoffwechsel nicht abhängt. [27:37] Denn die Entscheidung dieser Frage entscheidet darüber, ob es postmortale Zustände geben kann oder nicht. [27:42] Die kann nämlich überhaupt nur dann diskutiert werden, wenn sich herausstellt, dass dieses Ich-Bewusstsein keineswegs ein Nebenprodukt eines hinreichend komplizierten Stoffwechsels ist. [27:56] Dann sagen die auch nein. [27:57] Und dann sagte ich, es gibt nun Hinweise, dass man eigentlich sagen kann, dass von der Erfahrung her diese Frage nach der Unabhängigkeit des Ich-Bewusstseins vom Stoffwechsel durchaus positiv beantwortet werden kann. [28:11] Da hakte sie dann sofort ein und sagte, ja, was sind denn das für Erfahrungen? [28:16] Ich merkte diesen Unterton, den man ja kennt. [28:18] Was sind denn das für Erfahrungen? [28:20] Da dachte sie nun, da habe ich ihr was von den Untersuchungen aus der Hirnchirurgie beigebracht. [28:27] Und von dieser Vordatierung von Reizen beim normalen Bewusstseinsvorgang. [28:34] Der einfach, das ist ja an sich ein Wahnsinn, wenn ich das überlege. [28:38] Wir wissen doch genau, wie schnell die Nervenleitungen sind. [28:41] Ich habe gehört, das sind glaube ich bloß 2 Meter pro Sekunde. [28:45] Also der Gedankenblitz ist, damit ist gar nichts hier. [28:50] So wie ein schneller Fußgänger, wenn ich es eilig habe. [28:52] So läuft der Nervenreiz. [28:54] Muss ich mir überlegen, wenn ich einen Reiz auf die Zehenspitze setze und einer ist 2 Meter lang, dann kann der ja erst, wenn es einen ganz geraden Weg hat, nur erst nach einer Sekunde ankommen. [29:08] Was ich jetzt auch immer an Regelkreisen dazwischenschalte, die können das nur noch weiter verzögern. [29:15] Wenn ich nun den Reiz direkt aufs Hirn setze und habe den Kopf geöffnet, wird er erst nach einer halben Sekunde registriert. [29:23] Das ist auch ganz interessant. [29:25] Und jetzt habe ich ihr gesagt, dass man jetzt eigentlich dieses Empfinden überhaupt nicht verstehen kann. [29:31] Der ist weder kybernetisch noch neuronal noch physiologisch noch sonstwie zu verstehen. [29:37] Weil nämlich dann eigentlich, weil der Reiz schneller wahrgenommen wird, als er überhaupt ankommen kann. [29:45] Müsste ja hier die Wirkung der eigenen Ursache zeitlich vorauslaufen. [29:52] Und das ist doch eigentlich ein vollkommen verrücktes Bild, was sich daraus ergibt. [29:56] Und dann hatte ich ihr erzählt, dass das nun doch diskutiert worden ist. [30:01] Erst hat man darüber geschwiegen. [30:02] Der Prozess ist nämlich schon ziemlich lange bekannt. [30:05] Man hat ihn dann auf die Seite gelegt, weil das überhaupt nicht in das passen will, was wir vom Körper wissen. [30:14] Aber es ist ein Sachverhalt, der bei jeder Hirnoperation erscheint. [30:17] Das kann einem ja eigentlich jeder Hirnchirurg sagen. [30:19] Die arbeiten ja alle damit. [30:22] Und jetzt Eccles und Sperry, die haben diesen eigenartigen Vorhang jetzt wieder diskutiert. [30:28] Die haben gesagt, wer Eccles ist. [30:31] Und dass man eben das nur durch einen Lernprozess verstehen kann. [30:35] Sprecher C: Dass man unterstellt, dass das, was die das Ich-Bewusstsein ausmachen kann, lernfähig ist. [30:41] Sprecher B: Ja. [30:42] Sprecher A: Dann ist es aber eine Notwendigkeit, dass ich annehme, dass sozusagen dem Körper ein Double praktisch so übergesteckt ist.